HUDE - Ein Bronzeporträt des Schriftstellers soll nach dem Willen von Ulrich Wilke in der Nähe der Klosterruine stehen. Ein Gespräch mit der Gemeinde steht bevor.
Von Christian Schwarz
HUDE - Zweimal schon hat Dr. Ulrich Wilke Erinnerung in Bronze gießen lassen. An den gebürtigen Neuenhuntorfer Burchard Christoph von Münnich (1683–1767), der es bis zum russischen Generalfeldmarschall und Premierminister gebracht hatte, erinnert eine Gedenktafel in der von ihm in Auftrag gegebenen Kirche St. Petri in St. Petersburg – initiiert von dem Huder Arzt im Ruhestand. Und eine Bronzeplakette mit dem Profil des Schriftstellers Hermann Allmers (1821–1902) aus Rechtenfleth an der Weser prangt seit Mai 2005 auf der Rudelsburg bei Bad Kösen, ebenfalls auf Grund der Bemühungen Wilkes.Der mittelalterlichen Burgruine hatte Allmers nämlich das Studentenlied „Dort Saaleck, hier die Rudelsburg“ gewidmet. Auch einem anderen Bauwerk, das nicht mehr im ursprünglichen Zustand besteht, hatte der Dichter einige Zeilen gewidmet: der Huder Klosterruine. Daher setzt sich Ulrich Wilke dafür ein, auch in der Umgebung der Überreste des Huder Klosters eine bronzene Gedenktafel für Allmers aufstellen zu lassen.
Denn der Schriftsteller Allmers hatte die Klosterruine nicht nur in seinem Gedicht „In den Trümmern der Klosterkirche zu Hude“ beschrieben, sondern auch 1856 in einem Aufsatz im damals bedeutenden „Deutschen Kunstblatt“. Wilke sieht darin einen triftigen Grund, dem Künstler eine Bronzeplakette zu widmen. Schließlich habe dieser „der Gemeinde Hude in der deutschen Dichtung der Romantik ein ewiges Gedenken“ gesichert, sagt Wilke.
Ein Gipsrelief des Dichters hängt bereits im Haus des pensionierten Arztes, gleich neben dem Abbild Burchard Christoph von Münnichs. Beide Werke hat der Berliner Bildhauer Claus Korch geschaffen. Die Kosten für die Bronzetafel betragen laut Wilke 4500 Euro. Davon habe er bereits 500 Euro als gesicherte Finanzierung in der Hinterhand.
Am kommenden Dienstag, 17. April, setzen sich nun Bürgermeister Axel Jahnz, der Fachbereichsleiter der Leitungs- und Ordnungsverwaltung, Uwe Schubert, die Besitzerin des Klostergeländes, Margaretha von Witzleben, und ein Mitglied des Vereins der Klosterfreunde mit Wilke zusammen, um über sein Anliegen zu sprechen. Übrigens, eine Vorfahrin von Margaretha von Witzleben war mit einem bekannten Neuenhuntorfer verheiratet: Burchard Christoph von Münnich.
