HUDE - Am 8. August wird der Künstler mit seiner Arbeit beginnen. Dann können ihm Passanten nachmittags über die Schulter schauen.
Von Matthias Kosubek
HUDE - Einst wuchs die alte Eiche an einer Bundesstraße und musste vor gut einem Jahr gefällt werden, nachdem sie stark beschädigt worden war. Seit gestern ragt ihr Stamm vor dem Huder Rathaus in den Himmel, einer mächtigen Säule gleich, 2,70 Meter hoch, 83 Zentimeter Durchmesser an ihrem Fuß, etwa eineinhalb Tonnen schwer, von einem rot-weißes Plastikband umschlungen.Männer des Gemeinde-Bauhofes hatten ihn am frühen Morgen auf dem Gelände der Sägerei Pook in Wüsting mit Hilfe einer Baggers auf einen Anhänger gehoben, nach Hude gebracht und vor dem Rathaus aufgestellt. Ab Montag, 8. August, wird der Huder Bildhauer Wolf E. Schultz den Stamm bearbeiten und aus ihm eine Skulptur schaffen.
Die zwei Eichenstämme, die ihm die Gemeinde Hude ursprünglich zur Verfügung gestellt hatte, so berichtete Schultz der NWZ , seien für die Verwirklichung seiner Idee zu dünn gewesen. Daraufhin habe er sie in Wüsting gegen den dickeren eingetauscht.
Eine Idee habe er bereits, wolle sie aber noch nicht verraten. Möglicherweise ergebe sich auch bei der Bearbeitung des Stammes plötzlich eine neue und er stürze sie um. Alle sei offen. Zunächst werde er sich den Stamm nochmals gründlich im Stehen betrachten, so Schultz. Erster Arbeitsschritt sei das Entfernen der Rinde mit einem Schäleisen. Danach werde er, zunächst mit der Motorsäge, später mit der Elektrosäge, die groben Konturen herausarbeiten. Erst dann folge die „Feinarbeit“ mit dem Stechbeitel.
Wie berichtet, wird Schultz am Sonntag, 7. April, mit seiner Aktion beginnen. Am selben Tag wird um 11 Uhr im Rathaus eine Ausstellung mit Bildern von Stanislaw Frydlewicz eröffnet, einem Maler aus Hudes polnischer Partnerstadt Nowe Miasto.
An jenem Sonntag, so Schultz, werde er noch nicht Hand an den Stamm anlegen, sondern unter der Woche. Meist werde er nachmittags zur Feierabendzeit, etwa zwischen 16 und 19 Uhr, arbeiten. Schließlich sollen möglichst viele Passanten die Möglichkeit bekommen, Schultz bei seiner Arbeit über die Schultern zu schauen.
