HUDE - Ein Oldtimer-Treffen der etwas anderen Art fand in Rorup statt. Über 40 Besitzer alter Traktoren traten in der kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen an, um bei der 10. Deutschen Meisterschaft im Oldtimerpflügen ihre Pflugkunststücke zu zeigen und um den Meistertitel zu erringen. Der Huder Peter Sattler, Profi auf seinem Oldtimer-Pflug-Gespann, zeigte in Rorup die beste Maßarbeit und brachte am Sonntagabend den Pokal und den Titel „Deutscher Meister im Oldtimer-Pflügen“ mit nach Hause.

Schon Freitag reiste Sattler mit Wohnmobil, Anhänger und seinem rüstigen Deutz aus dem Jahre 1964 gen Süden. Sonnabend begann auf einem etwa 30 Hektar großen Pflugacker das Probepflügen, erzählte der Huder. Jeder Teilnehmer notierte sich die notwendigen Eckdaten, legte mit dem Zollstock Maße fest und maß die Pflugtiefe aus. Jedes Pflugbeet war etwa 15 Meter breit und 100 Meter lang, die Zuteilung der Beete wurde ausgelost.

Um Schnelligkeit geht es beim sogenannten „Leistungspflügen” nicht, nur um Maßarbeit. Jeder Teilnehmer hat vier Stunden Zeit, die gestellten Aufgaben so exakt wie möglich auszuführen. Für das Oldtimer-Pflügen sind „Figuren“ vorgegeben, unter anderem ist auch festgelegt, wie viele Furchen in welchen Abständen gepflügt und welche Höhen dabei eingehalten werden müssen. Die Wettkämpfe finden nach den vorgeschriebenen Richtlinien der Weltpflügerorganisation (WPO) statt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kunst des Pflügens zu bewahren und zu fördern und die Kenntnisse auf dem Gebiet der Bodenbearbeitung zu vertiefen.

Peter Sattler erreichte mit seiner Pflugkunst 98 Prozent der vorgegebenen Aufgaben. „Viele Oldtimer-Freunde wollen ihre alten Trecker nur präsentieren, mir reicht das nicht. Ich will damit arbeiten“, erklärt Sattler, Sohn eines Landwirtes, sein etwas ausgefallenes Hobby. Seine Ehefrau nimmt es gelassen: „Es braucht doch jeder sein Hobby“, sagt sie, und freut sich über den Erfolg ihres Mannes.