HUDE - Man stelle sich vor: Ein Rollstuhlfahrer kommt in Hude am Bahnhof mit dem Zug an und will an Gleis drei aussteigen. Zuerst müssen andere Fahrgäste dabei helfen, die rund 15 Zentimeter zwischen Bahnsteig und Ausstieg des Zugs zu überwinden. Hat der Behinderte das geschafft, stellt er fest, dass er von Gleisen umgeben ist. Der einzige Ausweg: eine Treppe. Diese Szene schilderte am Montagnachmittag Hans Sperveslage, Vorsitzender des Kreisbehindertenrates, bei einer Ortsbesichtigung den Mitgliedern des Gremiums.

Von behindertengerecht oder barrierefrei könne am Huder Bahnhof keine Rede sein. Wie Abhilfe geschaffen werden könnte, machten sich die Mitglieder des Kreisbehindertenrates zum Thema.

Ins Auge gefasst wurden auch die Zugangsrampen zum Tunnel, die die Nord- und die Südseite des Bahnhofsgeländes miteinander verbinden. „Barrierefrei wäre dabei eine Steigung von maximal sechs Prozent. Hier haben wir zehn Prozent“, weiß Sperveslage. Ein Berg, der beim Aufstieg kaum zu überwinden ist, und bei der Abfahrt gefährlich sein kann. Dabei betonte Sperveslage, dass die Rampe nicht nur für Rollstuhlfahrer ein Problem sei, sondern auch für Gehbehinderte, alte Menschen mit einem Rollator und Eltern mit Kinderwagen.

Eine Verlängerung der Rampen – und dadurch eine Abflachung – und die Einrichtung eines Plateaus auf halber Strecke halten die Gremiumsmitglieder für eine mögliche Lösung. Der Zugang zu den Bahnsteigen und schließlich auch der Einstieg in den Zug wären damit aber dennoch nicht gewährleistet. Ein Fahrstuhl könnte die Betroffenen vom Tunnel auf die Bahnsteige bringen. Letztere müssten außerdem erhöht werden. Doch in Sachen Fahrstuhl gibt Sabine Weiß vom Kreisbehindertenrat zu bedenken, dass der Aufzug am Bahnhof in Bookholzberg beispielsweise schon oft beschädigt worden sei und deshalb nicht einsetzbar war.

Eine Lösung konnte der Kreisbehindertenrat nicht aus dem Hut zaubern. Einig war man sich darin, dass bei den verantwortlichen Stellen deutlich mehr Druck gemacht werden müsse.

Behindertenrat will bei den

Verantwortlichen Druck machen