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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Hude

So verlief die Sprengung der Torpedomine in Hude

02.08.2019

Hude Ein lauter Knall, der bis nach Oldenburg zu hören war: Die Torpedomine in Hude ist in der Nacht zu Freitag gegen 1.30 Uhr gesprengt worden. Das teilte die Polizei kurz nach der Sprengung auf Twitter mit.

Bei dem gefundenen Sprengkörper handelte es sich um eine rund drei Meter langen Torpedomine.

Treib- und Sprengkörper waren bereits um 23 Uhr voneinander getrennt worden, so die Polizei in einer Pressemitteilung. Um Mitternacht waren Sprengkörper und Bombe verladen und konnten zur Kiesgrube transportiert werden. Dort erfolgte die Sprengung, im Anschluss durften die evakuierten Anwohner in ihre Häuser zurückkehren.

Von deutschen Soldaten eingegraben?

Torpedo (Bild: Polizei)

Die 300 Kilogramm schwere Torpedomine war am Donnerstag gegen 12 Uhr im Bereich einer Baustelle an der Bremer Straße auf Höhe Heuweg in der Gemeinde Hude gefunden worden. Laut Polizei wurde die Mine vermutlich im Zweiten Weltkrieg von deutschen Soldaten auf deren Rückzug eingegraben, um die Bremer Straße zu sprengen, wenn sie von alliierten Kräften benutzt worden wäre.

Bei Bauarbeiten für eine Gasleitung waren die Arbeiter bei einer Horizontalbohrung auf die Bombe gestoßen. Sofort wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Hannover angefordert, um sich der Torpedomine anzunehmen, teilte die Polizei mit. Lange Zeit war nicht klar, wie mit dem Torpedo umgegangen werden muss. Im Laufe des Nachmittags fiel dann die Entscheidung.

Sprengung verzögert sich

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte nach der Untersuchung, des im Boden steckenden Torpedos beschlossen, das Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg zu sprengen. Dafür musste die Bombe in zwei Teile auseinandergezogen werden. Um circa 21.30 Uhr meldete die Polizei, dass die Evakuierung der Anwohner zwar weitestgehend abgeschlossen war. Allerdings mussten noch rund 150 Bullen, Kühe und Kälber, die auf einem Hof in der Nähe standen, in Sicherheit gebracht werden.

So verzögerte die Sprengung sich. Die Tiere wurden auf das Gelände von Möbel Buss gebracht. Die Evakuierung zog sich, auch nachdem die Tiere in Sicherheit waren, noch länger hin. Erst um 22.45 Uhr war sie abgeschlossen und es konnte mit den Arbeiten an der Seemine begonnen werden, wie die Polizei meldete.

Lauter Knall und Druckwelle

Aufgrund der hohen Sprengkraft der etwa drei Meter langen Mine warnte die Polizei vor einer sehr lauten Explosion, die weit über den evakuierten Bereich zu hören sein sollte.

Zur Sprengung wurde der aktive Teil der Torpedomine in eine nahe gelegene Kieskuhle am Barkemeyersweg gebracht. Es sei mit einer nicht unerheblichen Druckwelle im nahen Umkreis der Kiesgrube zu rechnen, hieß es.

Daher musste die umliegende Bevölkerung, gut 500 Einwohner im Raum Wüsting, Altmoorhausen, Tweebäke und Hemmelsberg, in einem Radius von 1500 Metern um die Kiesgrube herum evakuiert werden. Es wurden Anlaufstellen in Wüsting und Altmoorhausen eingerichtet, in denen die Anwohner versorgt wurden, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkamen.

Die Helfer gingen von Haus zu Haus um sicherzugehen, dass alle Bewohner das Evakuierungsgebiet verlassen. (Bild: NonstopNews)

Um die 200 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren und der Rettungsorganisationen, der Schnelleinsatzgruppen, des THW und der Polizei waren vor Ort. Nachdem die Freiwilligen Feuerwehren die betroffenen Bewohner im Evakuierungsgebiet alle einzeln aufgesucht hatten, um sie aufzufordern, ihre Wohnungen zu verlassen, flog der Polizeihubschrauber noch einmal das betroffene Gebiet aus der Luft ab, um sicher zu gehen, dass dort keine Menschen mehr unterwegs waren.

Laut Bürgermeister Holger Lebedinzew, der vor Ort die Presse informierte, wurde zunächst davon ausgegangen, dass nach erfolgter Sprengung die Anwohner spätestens um 21 Uhr in ihre Häuser zurückkehren konnten. Später am Donnerstagabend hieß es, dass diese Uhrzeit nicht zu halten sei.

Es ist nicht der erste Bombenfund an der Bremer Straße in diesem Bereich. Vor neun Jahren wurden innerhalb weniger Tage bei Bauarbeiten bereits zwei Torpedominen des gleichen Kalibers an der Bremer Straße entdeckt.

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Nathalie Langer Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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