HUDE - Ein kurzes Video, das ein fiktives Verbrechen erzählt – so fängt alles an. Gemeinsam knackte das Publikum des Huder Rätselabends dennoch viele Fälle.

Von Frank Jacob

HUDE - Zwei Männer sitzen sich beim Essen in der Klosterschänke gegenüber. Plötzlich verlässt einer der beiden das Lokal, kurze Zeit später geht auch der andere. Weit kommt er allerdings nicht, denn draußen lauert der Gesprächspartner aus der Klosterschänke und schießt den anderen Mann hinterrücks nieder.

„Hatte es mit dem Essen zu tun?“ – „Hatte jeder sein Essen selbst ausgewählt?“ – „Hat der Mord mit einem früheren Todesfall zu tun?“

Kaum ist das knapp zweiminütige Video mit dem Titel „Eine Leiche vorm Dessert“ zu Ende, begeben sich die rund 20 Anwesenden im Huder Kulturhof auf gedankliche Spurensuche. „Das mysteriöse Ereignis“ nennt sich dieses Ratespiel, das Michael Hobbie, Christoph Eichler und Marcel Strudthoff ersonnen haben. Am Freitagabend war Premiere.

Hobbie beantwortet die ihm gestellten Fragen mit Ja oder Nein – nur das ist zulässig. Eine gute Viertelstunde wird in bester Sherlock-Holmes-Marnier gerätselt, zwischendurch werden an den Tischen die Köpfe zusammengesteckt und leises Wispern erfüllt den dunklen Kulturhof. Fünf bis sechs aktive Hobby-Kriminalisten im Publikum kommen der Lösung dabei immer näher: „Eigentlich seid ihr schon ganz dicht dran“, spornt Hobbie die Leute an. Dabei kann er sein Erstaunen über den schnellen Fortschritt kaum verbergen: „Das ist einer der schwierigsten Fälle.“

Marcel Strudthoff sagt, er habe alleine annähernd zwei Stunden zur Lösung des kniffligen Rätsels benötigt. Doch das Kriminalisten-Kollektiv im Kulturhof hat ein ausgezeichnetes Gespür und kommt am Ende der Ursache für den Mord auf den Grund.

Kurze Verschnaufpause, dann folgt das nächste Video, das per Beamer auf eine große Leinwand projiziert wird: „Nackt im Wald“. Hobbie, Strudthoff und Eichler haben die kurzen Filme gedreht und mimen auch Opfer und Täter in den Streifen. Elf Fälle haben sie für den ersten Abend vorbereitet, zehn von ihnen konnten gelöst werden. Rund 150 weitere Kriminalgeschichten habe Hobbie noch in petto.

Einen weiteren Rateabend soll es auf jeden Fall geben, eventuell in zwei oder drei Monaten. Bis dahin müssen jedoch noch weitere Videos gedreht werden, sagt Eichler. „Zehn bis zwölf Filme wollen wir pro Abend parat haben.“