HUDE - Die SPD-Kreistagsfraktion hat sich am Donnerstagabend entsetzt über die massiven Eichenfällungen im Hasbruch gezeigt. „Hier scheint Profitdenken mehr Relevanz zu haben als der Erhalt des für den Hasbruch charakteristischen Eichenwaldes“, so Umweltausschuss-Mitglied Axel Brammer. Dies sei eine der von der SPD befürchteten Folgen der Forststrukturreform mit der Verlegung des zuständigen Forstamtes nach Neuenburg. „Hinzu kommt, dass die untere Naturschutzbehörde im Landkreis Oldenburg keinerlei Einwirkungsmöglichkeiten mehr hat und nur informiert wird. Somit werden Entscheidungen ohne Ortskenntnisse vom grünen Tisch getroffen. Die negativen Auswirkungen sieht man jetzt im Hasbruch“, so Landtagsabgeordnete Renate Geuter, die aus diesem Anlass extra zur Fraktionssitzung gekommen war.

Die CDU-Kreistagsfraktion hat die Kreisverwaltung unterdessen um Klarstellungen zur Hasbruch-Diskussion gebeten. Die Christdemokraten wollen von der Naturschutzbehörde im Kreishaus wissen, ob sich die „Durchforstungsmaßnahmen im Rahmen des gültigen Pflege- und Entwicklungsplanes“ bewegen. Außerdem möchte die CDU Aufklärung darüber, ob die Baumfällungen gegen geltendes Naturschutzrecht verstoßen. Falls ja, will Fraktionschef Hans-H. Hubmann wissen, warum der Landkreis nicht einschreitet.

Mit großer Besorgnis sieht der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Mestemacher, die geplante Entwicklung im Hasbruch weg von einem Eichenwald hin zu einem Buchenwald mit deutlich geringerer Artenvielfalt. Erbost zeigte sich das Huder SPD-Kreistagsfraktionsmitglied Heiko Aschenbeck über Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen, der 2005 versprochen habe, dass aus dem ehemaligen Forstamt Hasbruch ein Waldinformationszentrum werden solle: „Jetzt hat die Landesregierung das Forstamt verkauft, von einem Waldinformationszentrum ist keine Rede mehr.“