HUDE - Es ist Dezember, doch statt in Deutschland zu frieren, schwitzt Gretel Schumacher unter der togolesischen Sonne. Auch in Lomé, wo die 19-Jährige seit September ein Praktikum im Kinderhaus „Frieda“ absolviert, hat das Klima gewechselt. Doch statt dicker weißer Schneeflocken, bringt der Wüstenwind nun nach dem Ende der Regenzeit Staub. Das Thermometer pendelt zwischen 30 und 40 Grad Celsius. Statt im Wohnzimmer unter dem künstlichen Tannenbaum wird Gretel Weihnachten wohl unter Palmen am Strand verbringen, und anstelle von Walnüssen und Mandarinen gibt es im Kinderhaus Kokosnüsse und Orangen.
Gretel Schumacher, so berichtet der Huder Projektkoordinator Wolfram Hartrampf, hat sich sofort gut eingelebt in Lomé, der Hauptstadt Togos. Für ein Jahr ist das Waisenhaus, das vom Arbeitskreis Hude/Delmenhorst im Verein für Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit (DAZ) unterstützt wird, ihr neues Zuhause geworden. 24 Kinder und Jugendliche, deren Eltern an Aids gestorben sind, werden dort von Kinderhaus-„Papa“ Denis Lare und drei „Mamas“ betreut. 15 von ihnen besuchen die Grundschule, neun gehen aufs College. Patenschaften und Spenden ermöglichen diese schulische Ausbildung. An Heiligabend besuchen alle gemeinsam einen Gottesdienst in der katholischen Kirche. Am 1. Weihnachtstag sind sie zu Gast in der Seemannsmission der evangelischen Kirche. Gretel Schumacher hat mit den Kindern und Jugendlichen ein Weihnachtsmärchen vorbereitet.
Heiligabend wird auch ein Weihnachtsmann dem Kinderhaus seinen Besuch abstatten und Geschenke verteilen, deren Finanzierung ebenfalls die Paten und Förderer übernommen haben. Es gibt Sachen zum Anziehen. „Wir lassen die Kinder auf diese Weise neu einkleiden“, sagt Wolfram Hartrampf.
Wie dankbar die Kinderhaus-Bewohner für die Unterstützung und Fürsorge sind, haben sie jetzt mit dem Personal und dem Präsidenten des afrikanischen Partnervereins, Patrice Amenyah, in einem gemeinsamen Brief an die Paten und Förderer zum Ausdruck gebracht: „Wir sind dankbar für all die Freude, die Sie uns fortwährend bereiten.“
Die Unterhaltskosten pro Kind im Waisenhaus „Frieda“ belaufen sich monatlich auf 50 Euro. Für die medizinische Versorgung und die schulische Ausbildung werden zusätzlich 35 Euro benötigt. Für Spenden steht ein Konto des Vereins Deutsch-Afrikanische Zusammenarbeit bei der Sparkasse Vorpommern (Nr. 232 008 256, BLZ 150 505 00) zur Verfügung, Kennwort „Kinderhaus Frieda“.
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