HUDE - Bürgermeister Axel Jahnz ahnte Böses: „Wenn wir jetzt wieder anfangen, über Höhen und Breiten zu diskutieren, sitzen wir hier noch um Mitternacht.“ So lange dauerte die Debatte um den Tunnelausbau im Bereich K 226/Hohe Straße/Burgstraße am Mittwochabend im Huder Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt dann zwar nicht, gleichwohl blieb sie – wie vom Bürgermeister befürchtet – ergebnislos. SPD, FDP, Ratsherr Jörg Kreusel und die Gemeindeverwaltung wollen abwarten, was Ende April bei einem von den Liberalen vereinbarten Gespräch mit Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche und einem Vertreter der Bahn herauskommt.

So gab es am Mittwoch zu diesem Thema keine neuen Erkenntnisse – dennoch hatte die CDU Redebebarf: Ratsherr Wilfried Siems erinnerte daran, dass der Gemeinderat im September 2005 mit Dreiviertelmehrheit beschlossen habe, einen Bebauungsplan mit einer Tunneldurchfahrtshöhe von 4,50 Metern aufzustellen. „Das ist jetzt zweieinhalb Jahre her, und das Verfahren tritt auf der Stelle“, monierte Siems. Selbst wenn das Land Niedersachsen bereit sei, Fördermittel auch für eine niedrigere Durchfahrtshöhe von 4,20 Metern zu gewähren, sei es „eine leichte Übung“, dies im Bauleitplanverfahren zu korrigieren, meinte Siems: „Wenn Zuschüsse möglich gemacht werden, muss der Plan stehen.“

Nach dem Kenntnisstand der Christdemokraten hat die Gemeinde Hude das Bauleitplanverfahren bis zum Jahresende rechtsverbindlich abzuschließen, um die Finanzierung sicherzustellen. „Das ist mir neu“, entgegnete Bürgermeister Axel Jahnz. Fachbereichsleiterin Martina Schneider betonte, für die vom Landkreis Oldenburg anvisisierten Zuschüsse für das derzeit noch mit fünf Millionen Euro kalkulierte Projekt habe es keine „ausschließende Wirkung, wenn wir in diesem Jahr nicht fertig werden.“ Mit Blick auf das in Hannover anstehende Gespräch sagte sie: „Wir müssen erst einmal sehen, wie es überhaupt weitergeht.“

Auf ein Signal aus der Landeshauptstadt wartet auch Ratsherr Jörg Kreusel. „Politisches Schaulaufen bringt vorher nichts.“ Erst wenn mit dem Verkehrsminister und der Bahn über einen Ausbau mit niedrigerer Durchfahrtshöhe verhandelt worden sei, könnten die Fraktionen eine Position beziehen. Die Christdemokraten lassen indes nicht locker: Ausschussvorsitzender Bernhard Wolff (CDU) will schon in der nächsten Sitzung am 7. Mai die Gesprächsergebnisse aufgearbeitet wissen.