HUDE - Mit jeder Menge Ärger im Bauch und einer Unterschriftenaktion haben zahlreiche Anwohner auf Axel Jahnz’ Aussagen zur Planung für einen neuen Tunnel und den Bau eines Kreisverkehrsplatzes an der Vielstedter Straße reagiert. „Da steht niemand quer im Stall“, hatte Hudes Bürgermeister nach der nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss-Sitzung am Dienstagnachmittag geäußert (die NWZ berichtete). „Wir stehen sogar hochkant im Stall“, sagt hingegen Martina Michel, wohnhaft in der Vielstedter Straße 3.
Bereits 43 Unterschriften hat die Anliegerin am Donnerstagabend gegen den Neubau gesammelt. „Mit uns hat sich, entgegen Jahnz’ Aussage, niemand unterhalten“, berichtet Annette Dönnebrink, ebenfalls wohnhaft in der Vielstedter Straße. Zudem habe Jahnz bei seinem Amtsantritt versprochen, dass während seiner Amtszeit nichts in Sachen Tunnel-Umgestaltung passieren werde, erklärt Anja Meiners.
Die Gemeinde will die Verkehrssituation an der Vielstedter Straße (K 226)/Ecke Hohe Straße/Burgstraße verändern. Wenige Meter neben der bisherigen Unterführung soll ein neuer, zweispuriger Tunnel, der in einen Kreisverkehr mündet, entstehen.
Auf der Suche nach einer Begründung für das Projekt ist Anlieger Wolfgang Kraft: „Ich weiß nicht, was die Verwaltung mit dem Neubau bezweckt. Alle Gemeinden der Region verlagern den Verkehr in die Umgebung, nur Hude will einen Tunnel bauen, damit noch mehr Lastwagen durch den Ort strömen.“
Eine Gefahr sieht Anja Meiners auf ihre Kinder zukommen: „Gerade an dieser Stelle ist es unverantwortlich, durch einen Umbau für ein höheres Verkehrsaufkommen zu sorgen. Schließlich ist die Peter-Ustinov-Schule in der Nähe, und viele Kinder sind genau hier mit dem Fahrrad unterwegs.“ Das Geld, das die Gemeinde hier investieren will, sollte lieber sozialen Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen zur Verfügung gestellt werden, meint Martina Michel.
Enttäuscht seien die Anwohner grundsätzlich, dass nicht mit ihnen gesprochen werde. Zumal sie selbst Ideen haben, das Verkehrsproblem zu lösen, berichtet Michel. Ein 80-jähriger Anlieger habe eine Idee bei der Gemeinde eingereicht, sei aber nicht besonders ernst genommen worden.
Auf alle Fälle wollen die Anlieger auch in Zukunft gegen das Vorhaben vorgehen. „Ich werde weiter Unterschriften sammeln“, so Martina Michel. „Es wäre schön, wenn uns die Verwaltung einmal zu einem Gespräch einladen würde“, sagt Anja Meiners.
