Hude/Vielstedt - Das Grillbuffet duftete schon, welches Christian Strackerjahn vorbereitet hatte. Zeit für Ingo Wachtendorf, Vorsitzender des Landvolks Hude, seine Begrüßungsansprache zum Ernteball 2019 in der Scheune des Vielstedter Bauernhauses am Freitagabend vor 170 Gästen zu eröffnen. „Ihr seht mich begeistert“, sagte Wachtendorf mit Blick in die Runde. Tatsächlich waren alle Plätze besetzt. „Die Scheune ist voll. Dank gilt dem Festausschuss dafür.“
Über die Ernte sei schon viel gesprochen worden. Gute Roggenerträge, schlechtere bei der Gerste. Mais okay. „Im Großen und Ganzen sind wir noch ganz gut davongekommen“, so Wachtendorf.
„Was uns viel mehr umtreibt, ist die Darstellung unseres Berufsstandes in den Medien“, betonte der Vorsitzende. Dabei sprach er auch die Demonstration in Oldenburg und damit auch das Thema Grundwasserbelastung an. „Ein Teil unseres Gebietes ist rot kartiert worden. Die Messstelle liegt in Dinklage. Weit weg. Es soll sich um einen unterirdischen Wasserzug handeln. Die Messwerte in den anderen Bereichen liegen bei nur zehn Milligramm Nitrat“, betonte der Vorsitzende.
„Immer sind nur wir Landwirte die Schuldigen. Was ist aber mit den Klärwerken wie zum Beispiel in Hude. Die öffentlich nachlesbaren Zahlen des NLWKN belegen, das jährlich über das Klärwerk sieben Tonnen Stickstoff in die Bäke und damit in die Umwelt gelangen.“
Das entspreche einer Menge von 26 Tonnen Kalkammonsulfat oder 1400 Kubikmetern Gülle, berichtete Wachtendorf. Der Oldenburgisch Ostfriesische Wasserverband (OOWV) sei Betreiber der Kläranlage in Hude. Eine Anlage mit 91 Prozent Wirkungsgrad. Andere Anlangen hätten schon längst 96 Prozent. Wachtendorf forderte die örtlichen Medien dazu auf, diese Fakten einmal aufzugreifen und auch zu veröffentlichen, statt immer nur die Landwirte als alleinige Sündenböcke darzustellen. Klare Worte, die aber die Feierlaune beim anschließenden Ernteball nicht vermiesten.
Blickfang auf dem Saal waren die Erntegaben, die die Bewohner aus Kirchkimmen dekorativ ausgestellt hatten.
