HUDE/WüSTING - Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung stimmte der Auslegung der Planungsentwürfe zu. Bis zur Entscheidung im Rat soll ein schlüssiges Konzept für die Wärmenutzung her.

Von Stephan Onnen

HUDE/WÜSTING - Die Zustimmung zur von Helmut Urban geplanten Erweiterung seiner Wüstinger Biogasanlage auf eine elektrische Leistung von zwei Megawatt hängt von der Wärmeversorgung der nahe gelegenen Gemeindegebäude und der Anbindung von Privathaushalten ab. Das ging gestern aus der rund einstündigen Diskussion im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hervor.

„Das Ganze steht und fällt mit der weitestgehenden Nutzung der Abwärme“, sagte Birte Wachtendorf (Grüne). Auch Sozialdemokratin Ulrike Janz-Janzen mahnte dazu von Investor Helmut Urban ein von der SPD schon seit Monaten gefordertes „schlüssiges Konzept“ an, von dem die Entscheidung abhängig sei. „Welche Kosten kommen auf die Gemeinde und Privathaushalte für die thermische Verwertung zu“, wollte FDP-Ratsfrau Anke Schröder wissen.

Dieses Konzept soll dem Ausschuss möglichst bis Mai/Juni vorliegen, damit der Rat am 28. Juni ein Votum über den Bebauungsplan und die Flächennutzungsplan-Änderung treffen kann. Der öffentlichen Auslegung der Planungsentwürfe stimmte der Ausschuss einstweilen zu – nur Kurt Bisanz (LBfH) und die CDU-Fraktionsmitglieder Wilfried Siems und Peter Linnemann waren dagegen.

Während Kurt Bisanz wegen des immensen Anbauflächen-Bedarfs und daraus resultierenden steigenden Pacht- und Lebensmittelpreisen eine gewerbliche Biogasanlage dieser Größenordnung skeptisch sieht, war Birte Wachtendorf dafür, dem Projekt eine Chance zu geben. In den Fraktionen von SPD, CDU und FDP gibt es unterschiedliche Sichtweisen: „Bei uns ist die Mehrheit dafür“, sagte Anke Schröder (FDP), Ulrike Janz-Janzen (SPD) und Horst Linnemann (CDU) berichteten von konträren Meinungen aus ihren Lagern. Als Befürworter zeigte sich SPD-Ratsherr Wolfram Hartrampf, der von einem Schritt in die richtige Richtung sprach, als Gegner fest positioniert hat sich Christdemokrat Wilfried Siems: „Wer dem zustimmt, trägt die Verantwortung für das Sterben von landwirtschaftlichen Familienbetrieben.“

Bürgermeister Axel Jahnz hatte die Fraktionen gleich zu Beginn der Sitzung in einer knapp halbstündigen Sitzungsunterbrechung über nicht-öffentliche Vertragsverhandlungen mit Helmut Urban unterrichtet. „Die Firma Urban muss das jetzt konkretisieren und aufzeigen, welche Anschlussmöglichkeiten bestehen“, sagte Jahnz.