HUDE/WüSTING - Die Mehrheit des Huder Rates scheint keine Eile bei der Ausweisung eines neuen Gewerbe- und Industriegebietes zu haben. Allein die CDU drängte am Mittwochabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung darauf, bauleitplanerische Vorsorge zu treffen, wenn die Gemeinde in Altmoorhausen 14 Hektar an die Amazonen-Werke verkauft und der Landmaschinenhersteller an diesem Standort darüber hinaus noch weiter wachsen will. Als neue Gewerbeadresse haben die Christdemokraten ein Areal nahe des Betriebes Rethmann zwischen der Holler Landstraße und der Bahnlinie Oldenburg-Bremen im Visier.

Keine Notwendigkeit, eine Entscheidung übers Knie zu brechen, sah SPD-Ratsfrau Ulrike Janz-Janzen. Statt sich auf Einzelflächen festzulegen, plädierte sie dafür, ein gemeinsames Konzept zu verabschieden und meinte damit die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes. Auch Ratsherr Jörg Kreusel konnte keinen Anlass für Hektik erkennen. Vor dem Interesse von Amazone habe es für die Flächen in Altmoorhausen kaum Nachfragen gegeben.

Die CDU möchte hingegen für den Fall, dass, so Ratsherr Horst Linnemann, „morgen ein Investor vor der Tür steht“, gewappnet sein. „Abwarten ist nicht das Gebot der Stunde angesichts der Dynamik durch Amazone, Ikea und den Jade-Weser-Port“, so Linnemann. Von einer „Hauruck-Entscheidung“ könne nicht die Rede sein, betonte sein Fraktionskollege Wilfried Siems. Er erinnerte daran, dass die CDU bereits in den Jahren 1999 und 2002 ähnliche Anträge gestellt habe. Die Hoffnung der Gemeindeverwaltung, in Altmoorhausen noch Erweiterungsmöglichkeiten zu finden, teilt Siems nicht: „Das wird sehr schwer werden.“ FDP-Ratsfrau Anke Schröder wies darauf hin, dass bei einer Erweiterung des Standortes Altmoorhausen in Richtung Hurrel Konflikte mit den Interessen der Landwirtschaft vorprogrammiert seien. Sie regte dazu ein Gespräch mit dem Ortslandvolkverband Hurrel an.

Für Wilfried Siems gibt es daher „nur ein Gebiet, das in Frage kommt“, nämlich das von der CDU favorisierte Areal an der Holler Landstraße. Ein „Ja“ war dazu dem Bürgermeister jedoch nicht zu entlocken. Er habe der Sitzungsvorlage nichts hinzuzufügen, sagte Axel Jahnz. Darin rät die Verwaltung von der Aufstellung eines Bebauungsplanes vor Abschluss der Kaufverträge ab. Im Klartext heißt das: Eine Festlegung auf die von der CDU gewünschte Fläche würde den Grundstückspreis in die Höhe treiben und die Verhandlungsposition der Gemeinde schwächen.