Wüsting - Rentner Gerd Suhr wohnt gleich um die Ecke und hat sich die Zeit genommen und mal gezählt: So um die 450 Fahrzeuge täglich sind demnach auf dem Deichweg zwischen Wüsting und Tweelbäke unterwegs. Beim Ausweichen wird gerne der Seitenstreifen genutzt.
Der Bauhof des Zweckverbandes Kommunalservice Nordwest muss deshalb oft zum Deichweg und die demolierten Seitenräume mit Schotter auffüllen. „Viel zu oft“, sagte Dietrich Fischbeck vom Zweckverband, als er sich jetzt mit Thomas Settelmeier von der Gemeinde vor Ort mit FDP-Politikern über das Thema austauschte.
FDP-Mitglied Gerd Suhr hatte seine Parteifreunde darauf hingewiesen, dass in Wardenburg Rasengitter-Kunststoffplatten in die Seitenränder der Straßen eingebaut werden, um die Stabilität zu erhöhen und den Pflegeaufwand zu verringern.
Bei dem Termin am Deichweg wurden auch gleich Musterplatten präsentiert. „Wir sind immer dankbar für solche Anregungen“, sagte dazu Thomas Settelmeier vom Amt für Gemeindeentwicklung.
Erfahrungen mit solchen Platten an Straßen im Außenbereich gibt es beim Zweckverband Kommunalservice noch nicht, wie Betriebsleiter Dietrich Fischbeck erklärte. Innerorts werde das schon mal genutzt.
Grundsätzlich hätten solche Randbefestigungen im Gegensatz zum Schotter oder sogar einer Verbreiterung der Straße durch Asphalt den Vorteil, dass sie durch die offene Wabenstruktur eine Begrünung zulassen. So werde zumindest weiterhin der optische Eindruck erhalten, dass es eine schmale Straße sei, auf der nicht so gerast werden dürfe.
Andererseits dürfte durch höhere Geschwindigkeiten im Außenbereich das Schotter-Bodengemisch in den Waben der Kunststoffgitter leichter auswaschen, was dann wieder zu höherem Unterhaltungsaufwand führe, wie Fischbeck erläuterte.
Was die Kostenseite angeht, ist Fischbeck überzeugt, dass der Einbau der Kunststoffplatten mit viel Handarbeit am Ende wohl ähnlich teuer komme wie die Verbreiterung durch einen Asphaltstreifen mit der Maschine. Denn in beiden Fällen werde eine ausreichende Stabilität nur durch einen entsprechend festen Unterbau erreicht.
Man müsse sich den Deichweg noch mal ansehen, wie es mit der Verkehrsbelastung aussehe, sagte Thomas Settelmeier von der Gemeindeverwaltung. Dazu riet auch Dietrich Fischbeck.
„Es muss auf jeden Fall etwas passieren“, so FDP-Ratsherr Dieter Dalle. Ständiges Ausbessern koste auch viel Geld, stellte seine Ratskollegin Marlies Pape fest. Das gilt nicht nur für den Deichweg
Der Deichweg ist nicht die einzige Gemeindestraße, bei der Handlungsbedarf besteht. „Alles auf einmal geht nicht“, so Settelmeier.
