LANDKREIS/HUDE - Die Gemeinden haben einen Sitz in den zukünftigen Gremien durchgesetzt. Sie wollen als Einheit auftreten.

von anja rohde

LANDKREIS/HUDE - Ein größeres Mitspracherecht wollen die Gemeinden des Kreisverbands Oldenburg in der Metropolregion Bremen/Oldenburg. Den ersten Erfolg haben sie bereits verbucht: In den zukünftigen Gremien der Metropolregion wird jeweils einem Vertreter der insgesamt zehn Landkreise ein Vertreter der Gemeinden gegenüber stehen.

Das ist ein Ergebnis einer Regionalkonferenz des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes in Dötlingen, zu der unter anderem rund 80 Bürgermeister der kreisangehörigen Städte und Gemeinden der Metropolregion, die die beiden Oberzentren und ihren umliegenden Raum enger miteinander vernetzen möchte, zusammen gekommen waren. Das Ergebnis stellten die Bürgermeister Gerold Sprung (Ganderkesee), Heino Pauka (Dötlingen), Bürgermeisterin Martina Noske (Wardenburg), der Erste Stadtrat Willi Möser (Wildeshausen), die stellvertretende Bürgermeisterin Elke Szepanski (Hatten) und als Gastgeber Hudes Bürgermeister Axel Jahnz vor, nachdem sie ihr gestriges Arbeitstreffen beendet hatten. „Wir treten als Einheit auf und wollen als solche wahrgenommen werden. Das war Thema der heutigen Runde“, erläuterte Jahnz.

Wie die Gemeinden des Landkreises das umsetzen wollen, muss in den kommenden Tagen und Wochen ausgearbeitet werden. Wo stehen die Gemeinden als Wirtschaftskraft? Wie ist die innere Ordnung der einzelnen Gemeinden und Städte im Landkreis; wie positionieren sie sich? Das sind nur einige Fragen, die geklärt werden müssten, betont Jahnz.

Auch eine gestalterische Mitwirkung wollen sich die Gemeindevertreter an der 2005 ins Leben gerufenen Metropolregion, die sich Ende Juni dieses Jahres konstituiert, schon aus folgendem Grund nicht nehmen lassen: „Die Themen der Metropolregion werden sich auf die kommunale Selbstverwaltung auswirken“, ist Noske sicher. „Darum sind die Gemeinden gefordert, sich einzubringen“, ergänzt Pauka. Ein Ausscheren und Ausklammern aus der Metropolregion sei ohnehin nicht ratsam; die Gemeinden könnten sich damit beispielsweise von europäischen Fördertöpfen abschneiden, befürchtet Noske. Auch in Fragen der Verkehrsplanung und der Infrastruktur wollen die Gemeinden mitreden können; ein weiterer Grund sich einzubringen. Als Negativbeispiel nennt Noske die Bauarbeiten auf der A 28, von denen sie aus der Zeitung erfahren musste. „Die Auswirkungen aber haben wir zu tragen“, hofft sie, dass die Metropolregion hier von vornherein einen verbesserten Austausch und gemeinsame Lösungsansätze ermöglichen wird.

Dass die Gemeinden im „Spannungsfeld zwischen Oldenburg und Bremen“ (Pauka) hier vermehrt auf sich gestellt sind, war allen Beteiligten gestern klar: „Die große integrative Kraft geht nicht von Oldenburg aus“, verwies Hudes Bürgermeister auf den Austritt der Stadt aus dem Kommunalverbund. „Aber bei der gewerblichen und städtebaulichen Entwicklung kann Oldenburg nicht ohne uns“, so Jahnz weiter.

Das nächste Treffen der Bürgermeister, an dem dann auch die Gemeindechefs von Großenkneten und Harpstedt teilnehmen werden, die gestern verhindert waren, findet am 22. Mai statt.