Hude/Wüsting - Gerade in der Kindergartenzeit entsteht zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften ein enger und vertrauensvoller Kontakt. Das macht es leichter, auch das eine oder andere schwierige Thema anzuschneiden. Hier setzt das Elternberatungssystem an, das die Gemeinde Hude seit August 2011 als zweijähriges Modellprojekt im Kindergärten Gänseblümchen eingerichtet hat. Als „Beratungserzieherin“ fungiert Carola Lippstreuer. Für fünf Stunden pro Woche ist sie von ihren sonstigen Aufgaben freigestellt, um Eltern frühzeitig Hilfestellungen zu geben und bei Bedarf Kontakte zu Ärzten, Institutionen, Therapeuten, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen zu vermitteln.
Die bisherigen Erfahrungen sind durchweg positiv – der Sozialausschuss hat daher am Montag empfohlen, das Projekt „Beratungserzieher“ in den benachbarten Kindergärten Gänseblümchen/Villa Kunterbunt fortzuführen und auch auf die Kindertagesstätten Regenbogeninsel/St. Marien/Waldorf-Kindergarten sowie auf den Kindergarten Wüsting (mit der Außenstelle Altmoorhausen) auszudehnen. Die drei Stellen sollen jeweils mit fünf Wochenstunden ausgestattet werden. Die kommunale Finanzierung – der Anteil an den Personalkosten liegt bei rund 6000 Euro – soll auf zwei Jahre begrenzt werden. Nach einem Jahr soll die Stundenzahl überprüft werden. Voraussetzung für die Fortführung und Erweiterung des Projekts ist, dass das Land Niedersachsen sich mit 50 Prozent aus dem Programm „Familienförderung“ beteiligt. Bis zum 14. Juni muss die Gemeinde den Zuschussantrag stellen.
Für den Beschlussvorschlag stimmten Nico Rettcher (SPD) Hilko Finke (Grüne) und die vier Ausschussmitglieder der CDU. Michael Grashorn und Lutz Gölitzer (beide Grüne) enthielten sich, Anke Paradies und Paul Konertz (beide SPD) stimmten dagegen. Die Sozialdemokraten votierten mit „Nein“, weil sie sich an der von Friedrich Schnabel (CDU) eingebrachten Einschränkung, die Stundenzahl nach einem Jahr zu überprüfen, störten.
Schnabel hatte unter Hinweis auf die Zahl von 21 Elterngesprächen, die die Beratungserzieherin in ihrer Bilanz für 2012 aufgelistet hat, moniert, dass demnach pro Fall zehn Stunden aufgewendet worden wären: „Das erscheint mir etwas hoch.“ Für ihn stellte sich die Frage, ob fünf Stunden pro Woche realistisch seien. Fachbereichsleiter Uwe Schubert betonte, man dürfe die Arbeit nicht nur auf die reinen Fallzahlen reduzieren. Hinz kämen Aus- und Fortbildungen sowie Vor- und Nachbereitungen.
Anke Jacobs, Leiterin des evangelischen Kindergartens „Regenbogeninsel“, fand fünf Wochenstunden „angemessen“. Der Bedarf, Eltern zu unterstützen, wachse. Jacobs: „Ich freue mich, dass das Angebot auch auf Hude-Süd ausgedehnt werden soll.“
