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Tunnel-Streit Gemeinsame Linie abhanden gekommen

Stephan Onnen
HUDE - Gemeinsam haben FDP, SPD und CDU im September 2009 den Bebauungsplan für einen Tunnel-Neubau plus Kreisverkehr an der Kreuzung Vielstedter Straße (K 226)/Hohe Straße/Burgstraße auf den Weg gebracht – diese Variante firmiert im Tunnel-Streit als große Lösung. Doch die Einmütigkeit der drei großen Ratsfraktionen ist jetzt abhanden gekommen. Es gibt Differenzen darüber, welche große Lösung bei der vom Arbeitskreis empfohlenen Bürgerbefragung (die

NWZ

 berichtete) zur Wahl gestellt werden soll. In der jüngsten Arbeitskreis-Sitzung haben SPD und CDU den zweispurigen Tunnel-Ausbau auf bestehender Trasse der Vielstedter Straße favorisiert – und damit die FDP geschockt.

„Tendenziell bin ich für eine Lösung auf vorhandener Trasse“, sagt SPD-Fraktionschef Heiko Aschenbeck . Diese persönliche Meinung müsse er jedoch noch mit seiner Fraktion rückkoppeln. Auch die CDU „präferiert einen normalen zweispurigen Ausbau ohne Kreisverkehr“, betont Fraktionsvorsitzender Horst Linnemann.

„Mehr Bauchschmerzen“

Das Abrücken von der westlich der jetzigen Unterführung geplanten Neubau- und Kreisel-Variante begründet Aschenbeck mit „immer mehr Bauchschmerzen“, die mit zunehmender Planungsgenauigkeit entstanden seien. Hinzu kämen die gestiegenen Kosten: So müssten als Ablösesumme etwa 40 % der Kosten für das neue Brückenbauwerk an die Deutsche Bahn gezahlt werden. Somit werde die Neubau-Variante zwei Millionen Euro teurer als der Tunnel-Ausbau auf vorhandener Trasse, der ohne Ablöse an die Bahn auskommt.

Diese mit Kosten von fünf Millionen Euro kalkulierte Lösung hatten SPD, CDU und FDP im Juni 2008 im Rat zugunsten der Kreisel-Idee auf Eis gelegt. Im Juli 2007 hatte der in einer Bürgerversammlung vorgestellte Planungsentwurf für den Ausbau der Eisenbahnunterführung zu massiven Protesten geführt: Die wegen der Durchfahrtshöhe von 4,50 Metern notwendige Absenkung der Fahrbahn lässt die Kallisch-Grundstücke quasi unerreichbar werden. Hinzu kommt eine 14-monatige Vollsperrung des Kreuzungsbereiches.

„Unbilden in Kauf nehmen“

Christdemokrat Linnemann erwartet, dass sich die Sperrzeiten mit einer detaillierteren Planung reduzieren lassen. Überdies habe die Gemeinde jetzt Zugriff auf das „La Villa“-Grundstück, was den Umleitungsverkehr erleichtere. „Bei einer zukunftsweisenden Lösung für die nächsten 50 Jahre muss man auch mal ein halbes Jahr Unbilden in Kauf nehmen“, meint Linnemann.

Die Rückbesinnung von CDU und SPD auf die alte Variante quittiert FDP-Fraktionschef Oliver Gall „mit Entsetzen“. Bei einer Lösung auf alter Trasse steige die FDP aus: „Das ist mit uns nicht zu machen. Dann werden wir zu Tunnel-Gegnern.“ Eben wegen der gravierenden Nachteile dieser Variante sei die Kreisel-Lösung überhaupt entstanden, blickt Gall zurück. Ein Tunnel-Neubau auf verschwenkter Trasse hätte die Sperrzeiten stark verringert. Allerdings habe auch er registriert, dass diese Lösung „keine wirklich große Akzeptanz“ in der Bevölkerung habe.

Mit der „kleinen Lösung“ an der K 226 – separater Durchstich für Fußgänger und Radfahrer plus Kreuzungsoptimierung durch zusätzliche Abbiegespuren – könnten sowohl Heiko Aschenbeck (SPD) als auch Oliver Gall (FDP) „leben“. Das erklärten die Fraktionschefs übereinstimmend. Und beide plädieren dafür, das Ergebnis einer Bürgerbefragung als bindend anzuerkennen. Auch CDU-Fraktionschef Horst Linnemann will ein klares Ergebnis akzeptieren.

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