Lintel/Hude - „Das ist heute meine Jungfernfahrt“, stellte Frank Müller (40) fest. Der Huder hatte Donnerstagnachmittag seine Unterlagen beim Gemeindewahlleiter abgegeben. Er präsentierte sich am Abend überraschend als dritter Kandidat für das Huder Bürgermeisteramt auf der Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus Lintel, die von Renke Dählmann moderiert wurde. Waren die bisherigen gemeinsamen Vorstellungsrunden der schon bekannten Kandidaten Uta Rose (42) und Holger Lebedinzew (54) in den Dörfern noch sehr friedlich, so bringt der dritte Bewerber nun etwas mehr Schärfe in den Wahlkampf.

Müller ist mit vielen Dingen in der Huder Gemeindepolitik nicht einverstanden. Gerade auch die Kandidatenauswahl der Rats-Parteien hat ihn gestört. Der Polizeibeamte möchte deshalb seine „Dienstwaffe gegen Kugelschreiber“ tauschen und frischen Wind und Transparenz nach Hude bringen. Parteilos und unabhängig – er habe dafür „vorher nicht ein Parteibuch abgelegt“, spielte er darauf an, dass Holger Lebedinzew, gemeinsamer Kandidat von CDU, SPD, FDP, Grünen und Freien Wählern, bis Januar noch in der CDU war.

Lebedinzew bestätigte dies auf Nachfrage einer Zuhörerin. SPD und Grüne hätten bei seiner Vorstellung in Hude zwar gesagt, dass das kein Problem sei, so Lebedinzew. Doch er habe beschlossen, aus der CDU auszutreten und als parteiloser Einzelbewerber ein Zeichen zu setzen, dass er für alle da sei.

Lebedinzew betonte, dass er so einiges für das Amt des Bürgermeisters mitbringe. Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters in Worpswede verwies auf seine Kompetenz in Wirtschaft und Verwaltung. „Ich fühle mich sattelfest“, betonte Lebedinzew. „In Hude ist vieles da, was andernorts fehlt“, stellte er fest. Er möchte beim demografischen Wandel keine Generation auf der Strecke lassen. Regelmäßiger Dialog mit den Bürgern ist ihm wichtig.

Kommunikation mit allen Beteiligten hat auch für Uta Rose Priorität. Die Ausbildungsreferentin bei der TUI sieht die Gemeinde Hude sehr gut aufgestellt. Natürlich gebe es „ein paar Baustellen, an denen man arbeiten kann und muss“, sagte die Huderin. Sie möchte sich mit neuen, kreativen Gedankengängen einbringen, und das mit einem politisch sehr neutralen Blick.

Rose und Lebedinzew haben mittlerweile auch ihre „Flyer“ zur Wahl verteilt. Frank Müller arbeitet noch daran.

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude