VIELSTEDT - Kaum hat Astrid Philipp die Weide hinter ihrem Haus mit einer Hand voll Möhren betreten, trabt ihr die kleine „Lilli“ entgegen. „Lilli mag besonders gern Möhren“, weiß die 39-jährige Vielstedterin. „Lilli“ ist seit Monaten so etwas wie der „Star“ der 20-köpfigen Tierfamilie in dem Dorf.

Im Juni kam das Resultat ungezügelter Leidenschaft zwischen Philipps Eselhengst „Leonardo“ und der Pony-stute „Änni“ zur Welt. Schon seit Monaten trabt das Resultat munter zwischen all den Tieren auf der Weide umher und entwickelt sich laut Astrid Philipp ganz prächtig. „Sie hat die Eigenwilligkeit ihres Eselvaters und die Gutmütigkeit ihrer Ponymutter geerbt“, glaubt die stolze Besitzerin beobachtet zu haben.

Das hellgraue Fell des jungen Fohlens wird inzwischen immer dunkler und tendiert zum bräunlichen. Auch der Ponyschweif zeigt deutliche Ähnlichkeit mit dem Äußeren von „Lillis“ Mutter. Dafür hat „Lilli“ beim Stockmaß fast die Höhe ihres Vaters erreicht und hat ihre kleine Mutter im Wachstum längst überholt. Geblieben ist das weiche Ponyfell.

Inzwischen konnte auch das Rätsel, ob das Ponsel nun wiehert wie die Mutter oder eher dem „I-A“des Vaters zuneigt, gelöst werden. „Lilli schreit eher wie ein Habicht“, lacht Astrid Philipp. Recht störrisch gibt sich „Lilli“ allerdings, wenn Astrid Philipp versucht, ihr das Zaumzeug anzulegen. „Das mag sie gar nicht gern, da ist sie störrisch wie ein Esel“, berichtet sie. Aber das könne sich ja noch geben.

„Dafür ist Lilli ausgesprochen kinderlieb und lässt sich bereitwillig streicheln“, hat die dreifache Mutter beobachtet. Und noch etwas hat Astrid Philipp gesehen: „Lilli fühlt sich stärker zu ihrem Vater als zu ihrer Mutter hingezogen, sie ist ein richtiges Papa-Kind.“

Vielleicht sucht der junge Vierbeiner auch nur ein Versteck, denn längst hat sich in der Gemeinde herumgesprochen, dass ein seltenes Ponsel auf der Weide der Philipps herumtrabt. Selbst bei Ausflüglern scheint die Weide eine feste Station zu sein. Vor kurzem schaute sogar ein Fernsehteam vorbei, um einen Film über das niedliche Ponsel „Lilli“ zu drehen.

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„Lilli“ wiehert nicht, sondern schreit wie ein Habicht