Hude - Das Glück ist mit dem Tüchtigen – und so wird die Gemeinde Hude in diesem Jahr trotz zahlreicher Investitionen ohne die ursprünglich geplante Kreditaufnahme in Höhe von 700 000 Euro über die Runden kommen. Möglich macht’s eine kräftige Gewerbesteuernachzahlung, die der hervorragenden Geschäftsentwicklung eines großen Huder Unternehmens zu verdanken ist. Avisiert hat das Finanzamt Delmenhorst der Gemeinde 2,2 Millionen Euro für die Jahre 2011 und 2012. „Darüber sind wir alle sehr froh, bleiben aber auf dem Teppich“, betonte Bürgermeister Axel Jahnz. Er zeigte sich stolz auf die „gesunde Wirtschaftsstruktur“ der Gemeinde.
Kleiner Wermutstropfen: Der Steuernachschlag wird nicht eins zu eins als Plus verbucht werden können. Denn die verbesserte Steuerkraft sorgt dafür, dass Hude bei der Kreisumlage stärker zur Kasse gebeten wird. Außerdem ziehen höhere Einnahmen niedrigere Schlüsselzuweisungen des Landes Niedersachsen nach sich.
Trotz des warmen Geldregens werden Rat und Verwaltung nicht „in falsche Euphorie“ verfallen, versicherte Jahnz. Am Mittwochnachmittag waren die Vorsitzenden der Ratsfraktionen von SPD, CDU, Grünen und FDP sowie die Einzelratsmitglieder Ursula Budde (Freie Wähler) und Veruschka Schröter-Voigt (Linke) bei ihm im Rathaus versammelt, um über die neue (Finanz-)Lage zu beraten. Das Gespräch sei sehr konstruktiv verlaufen, berichtete der Bürgermeister. Man wolle sich nicht auf dem „dicken Batzen“ ausruhen, sondern auch künftig an der Lösung der strukturellen Haushaltsprobleme arbeiten. Dazu habe es verschiedene Denkanstöße gegeben, über die jetzt intern weiter beraten werden soll.
Zwar werde die am nächsten Donnerstag, 6. Dezember, im Finanzausschuss geplante zweite Lesung des Haushaltsentwurfs für 2013 wie geplant stattfinden, kündigte der Bürgermeister an. Jahnz hält es jedoch für denkbar, dass der Haushalt nicht am 17. Dezember, sondern erst Anfang des Jahres verabschiedet wird. Im Bemühen, die Lücken zu stopfen – im Ergebnishaushalt klafft ein Loch von 727 000 Euro, im Finanzhaushalt beträgt das Defizit 3,3 Millionen Euro – soll noch einmal „alles umgedreht“ werden. Aus Jahnz’ Sicht macht auch ein Abwarten des Jahresabschlusses für 2012 Sinn.
Ziel bleibe es, die Attraktivität der Gemeinde für junge Familien zu sichern durch den Ausbau des Krippenplatzangebotes und durch weitere Investitionen auf dem Bildungssektor. Außerdem gelte es, die Gemeinde-Entwicklung durch die Erschließung neuer Wohnbau- und Gewerbeflächen voranzutreiben sowie gleichzeitig weiter Schuldenabbau zu betreiben.
