WüSTING - WÜSTING/SO - Die landwirtschaftlichen Flächen in der Gemeinde Hude reichen nicht aus, um den Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen für den Betrieb der bestehenden und geplanten Biogasanlagen zu decken. Das betonte CDU-Ratsherr Wilfried Siems am Mittwochabend im Gemeindeentwicklungsausschuss in der Debatte um die Erweiterung der 500-Kilowatt-Anlage von Helmut Urban in Wüsting (die NWZ berichtete). Siems appellierte an seine Ratskollegen, die „Bremse“ zu ziehen: „Das Fass ist voll“.

Neben dem von Urban geplanten Ausbau auf eine elektrische Leistung von zwei Megawatt berichteten Siems und das beratende Ausschussmitglied Hans Sperveslage von zwei weiteren Anträgen aus Wüsting für 500-Kilowatt-Anlagen, die im Außenbereich privilegiert sind. Martina Schneider, Leiterin des Fachbereiches Gemeindeentwicklung, bestätigte, dass ein Bauantrag eingegangen ist. Eine privilegierte Anlage ist seit dem vergangenen Herbst auch an der Bremer Straße in Tweelbäke entstanden.

Während sich Siems als Gegner des Urban-Projektes („Das Wort ,Bio’ ist hier fehl am Platze“) ins Zeug legte, zeigte sich die übrige CDU-Fraktion moderat. Ratsherr Horst Linnemann beantragte mit Erfolg, im Bebauungsplan die Zahl der Fermenter räumlich zu begrenzen. Außerdem soll in einem „Beiplan“ die Möglichkeit aufgenommen werden, an der Südwest-Seite des „Landtage Nord“-Geländes einen Planzstreifen anzulegen. Linnemann wünscht sich, dass sich die Anwohner im Ortbulten dazu im Rahmen der öffentlichen Auslegung der Pläne äußern werden. Darüber hinaus bat er die Verwaltung, mit dem Landkreis Oldenburg über eine Gewichtsbegrenzung innerhalb der Ortsdurchfahrt zu sprechen, damit gewährleistet ist, dass der Anlieferverkehr ausschließlich über die Holler Landstraße abgewickelt wird. Dieser Punkt sei auch der FDP wichtig, betonte Ratsfrau Anke Schröder. Außerdem möchten die Liberalen „notariell“ geregelt wissen, dass keine weitere privilegierte (500 kW-)Anlage auf dem Urban-Hofgrundstück

gebaut wird.