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ENERGIE Urban nach Ratsvotum sehr erleichtert

Stephan Onnen Wüsting

WüSTING - „Entspannt“ – so umschrieb Unternehmer Helmut Urban am Freitag seine Gemütslage. Die Aufregung des Vorabends war wie eine zentnerschwere Last von ihm abgefallen – zwischen 17 und 19.20 Uhr hatte er als Zuhörer im Ratssaal um die Zustimmung des Gemeinderates zur Erweiterung seiner Biogasanlage gebangt. Dass die Entscheidung mit 20:11-Stimmen letztlich relativ deutlich ausfiel, stimmte Urban „sehr froh“. Urban dankte den Ratsmitgliedern, die sich mit der Thematik intensiv auseinander gesetzt hätten. Sogar für einen Teil derjenigen, die er am Ende doch nicht überzeugen konnte, zeigte er Verständnis: „Ich kann es nachvollziehen, wenn man aus ethischen Gründen Bedenken hat.“ Nicht verstehen könne er indes, wenn hinter den Kulissen mit Unwahrheiten operiert werde.

„Sei’s drum, wir wollen jetzt nach vorne schauen“, hat sich Urban vorgenommen. Er verspricht, die in ihn gesetzten Erwartungen nicht zu enttäuschen. Neben der rechtsverbindlichen Erklärung zum Verzicht auf den Bau einer privilegierten 500-Kilowatt-Biogasanlage auf seinem Hofgrundstück hat er am Donnerstag im Rathaus auch den Vertrag mit der Gemeinde über die Wärmeversorgung von Feuerwehr, Kindergarten, Jugendzentrum und Bücherei in Wüsting unterschrieben (siehe Info-Kasten). Mit der Umsetzung wolle er schnellstmöglich beginnen.

Auch die Gespräche mit der EWE über die geplante Gaseinspeisung, die seiner auf eine elektrische Leistung von zwei Megawatt erweiterte Anlage einen 90-prozentigen Wirkungsgrad beschert, sind laut Urban auf einem guten Weg: „Beide Seiten wollen die Zusammenarbeit“. Bis zum nächsten Treffen Anfang Juli müssten noch einige Hausaufgaben erledigt werden.

Sehr zufrieden zeigte sich nach der Ratssitzung auch Bürgermeister Axel Jahnz. „Das ist ein toller Schritt zur Energiewende auf lokaler Ebene“, freute sich Jahnz. Damit habe er ein Etappenziel erreicht, als nächstes wolle er das Projekt „Heizen mit Stroh“ für das Rathaus und die benachbarten Gebäude zum Abschluss bringen.

Während bei Jahnz und Urban gute Laune herrschte, bangt CDU-Ratsherr und Landwirt Wilfried Siems angesichts steigender Pacht- und Futtermittelpreise um die Existenz von Veredelungsbetrieben: „Meine Bauchschmerzen sind nicht weniger geworden.“ Zumal das Votum zugunsten von Urban keine „Einzelfallentscheidung“ bleiben werde. Eine weitere in Wüsting geplante Biogasanlage befinde sich noch näher an der EWE-Gasleitung, an die Urban anschließen will. „Der nächste Antrag auf eine gewerbliche Biogasanlage wird also kommen“, prophezeite Siems.

Ab dem Winter wird mit Biogas-Abwärme geheizt Mit Beginn der Heizperiode

im Herbst/Winter

sollen die Gemeinde-Liegenschaften in Wüsting mit Wärme aus Helmut Urbans Biogasanlage versorgt werden. Der Vertrag zwischen Gemeinde und Urban sieht vor, dass bis zum 1. Dezember 2007 die Übergabestation auf Urbans Kosten im Feuerwehrhaus installiert wird. Den Anschluss des Gebäudes Kindergarten/Jugendzentrum/Bücherei übernimmt die Gemeinde. Diese Kosten werden mit 15 000 Euro kalkuliert. Nach drei bis fünf Jahren erwartet die Gemeinde, dass sich die Anlage amortisiert.

Die Gemeinde

zahlt laut Vertrag für die Wärmelieferung 30 Prozent des Preises des örtlichen Gaslieferers – eine Erhöhung ist innerhalb von fünf Jahren (mit Ausnahme der Mehrwertsteuer) ausgeschlossen. Danach ist der Bezugsbetrag auf 70 % des von der EWE erhobenen Preises festgeschrieben.

Der Vertrag

mit der Gemeinde endet per 30. November 2017. Er verlängert sich um jeweils fünf Jahre, wenn nicht spätestens neun Monate vor Ablauf eine Kündigung erfolgt.
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