WüSTING - WÜSTING/ROH - Seit einem Jahr läuft die Kinderkrippe in Wüsting erfolgreich. 13 Kinder im Alter von 16 Monaten bis drei Jahren werden von zwei Mitarbeiterinnen in den Vormittagsstunden betreut. Die vor ihrer Einrichtung kontrovers diskutierte Krippe ist inzwischen ein fester Bestandteil der Kinderbetreuung in der Gemeinde. „Eine zweite Gruppe wird nicht mehr in Frage gestellt“, betonte auch Bürgermeister Axel Jahnz, der gestern gemeinsam mit Landrat Frank Eger die Kinderkrippe besuchte.

„Soll sich die Gesellschaft Krippen leisten?“, fragte Eger, der die Einrichtung befürwortet, vielmehr rhetorisch „Das Klischee, die Erziehung gehöre in die Hand der Frauen, hat sich aufgeweicht“, bestätigt Renate Fuhrken, Leiterin des Wüstinger Kindergartens und der Krippe.

Oftmals seien beide Elternteile berufstätig. „Wir können uns dieser gesellschaftlichen Entwicklung nicht verschließen“, sagte auch Jahnz. Er merkte kritisch an, dass sich das Land bei der Finanzierung vermehrt einbringen müsse. „Die Kommunen stehen derzeit allein da“, sagte er.

Dass die Gemeinde Hude mit der Einrichtung der Krippe in Wüsting auf dem richtigen Weg ist, bestätigten auch viele Nachfragen anderer Gemeinden, die sich Tipps bei ihr holen wollten, berichtet Fuhrken. „Ich mache jedem Mut und sage: ,Fangt an, es lohnt sich‘“, sagt die Leiterin.

Im kommenden Jahr werden erneut 13 Kinder in der Krippe zu bedarfsgerechten Öffnungszeiten von 8 bis 12 Uhr und einem Sonderdienst bis 13 Uhr betreut. Ferien gibt es für die Einrichtung nicht; sie ist das ganze Jahr über geöffnet. Ohne elterliches Engagement geht es dabei jedoch nicht. Nicht nur, dass regelmäßig das Gespräch mit den Eltern gesucht wird, sie springen auch ein, wenn es zu Engpässen kommt. So helfen sie beim Anziehen der Kinder oder beim Essen kochen.