WüSTING - Davon werden die Wüstinger noch lange erzählen: Am Sonnabend um 7.50 Uhr machte ein Gefährt der ganz besonderen Art Halt in dem 2500-Einwohner-Ort: die „01 1066“, eine 72 Jahre alte Dampflokomotive. Seit ihrer Ausmusterung im Mai 1975 wird sie von den Ulmer Eisenbahnfreunden für Sonderfahrten eingesetzt. Auf dem Weg von Oldenburg nach Goslar legte Zugführer Sebastian Bauer mit seiner Lok einen Stopp in Wüsting ein. Für Wüsting wurde im Vorfeld ein Sonderhalt bei der zuständigen Arbeitsgemeinschaft Westfalendampf beantragt und genehmigt. Bis 2006 war der Bahnhof 29 Jahre lang stillgelegt, so freuten sich die 80 Teilnehmer aus Wüsting ganz besonders, dass sie in den Waggons hinter der geschichtsträchtigen Dampflok Platz nehmen durften.

Nach einer vierstündigen Fahrt genossen die insgesamt 600 Fahrgäste einen sechsstündigen Aufenthalt im Harz. Auf der Rücktour sorgte der Ausstieg in Wüsting um 22.20 Uhr noch einmal für Aufregung, als sich die Fahrgäste aus Wüsting mit einer „La Ola“ beim Lokführer und dem gesamten Team der Arbeitsgemeinschaft Westfalendampf bedankten. „Aus einer Schnapsidee wurde ein Riesenspektakel“, berichteten die Initiatoren Birgit Kempermann und Heiner Becker, die mit ihrer Nachbarschaft, Theatergruppe und vielen Freunden und Bekannten die außergewöhnliche Aktion auf die Beine gestellt hatten.

Die Arbeitsgemeinschaft Westfalendampf versprach, den Halt in Wüsting weiter in ihren Fahrplan aufzunehmen.