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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

400 000 Wohnungen pro Jahr in Deutschland

22.09.2018
Frage: Der Bestand an sozialen Wohnungen ist in den vergangenen drei Jahrzehnten von vier auf 1,25 Millionen geschrumpft. Wie konnte es so weit kommen?
Lewe: Zum einen wurde zu wenig gebaut. Zum anderen enden für viele Sozialwohnungen derzeit die Bindungsfristen. Um wieder mehr geförderte Wohnungen im Bestand zu erreichen, werden jährlich 80 000 bis 120 000 neu gefördert.
Frage: Was tun die Städte, um die Wohnungsnot zu lindern?
Lewe: Zum Bauen und für Investitionen in den Wohnungsbau braucht jeder Bauherr geeignete Grundstücke. Es geht also vor allen Dingen darum, knappes Bauland zu aktivieren. Deshalb entwickeln die Städte bereits Baulandstrategien und geben Grundstücke preisreduziert ab. Sie entwickeln selbst Grundstücke und versuchen sie möglichst direkt an die bauwilligen Familien oder Unternehmen zu geben. Wir haben zum Beispiel in unserer Stadt eine sozial gerechte Bodennutzung eingeführt, mit der wir bewusst wieder in den Grunderwerb reingehen und bezahlbaren Wohnraum aktiv auf den Markt bringen.
Frage: Beim „Wohngipfel“ hat die Bundesregierung versprochen, bis 2021 einhunderttausend neue Sozialwohnungen zu schaffen. Dafür sollen mindestens fünf Milliarden Euro bereitstehen. Reicht das?
Lewe: Es ist ein guter und unverzichtbarer Beitrag. Wichtig wäre darüber hinaus eine Perspektive, dass der Bund sein finanzielles Engagement in der Wohnungspolitik dauerhaft über 2021 hinaus fortsetzt. Das bleibt für uns als Städte als Forderung auf der Agenda. Insgesamt brauchen wir mindestens 400 000 Wohnungen pro Jahr in Deutschland. Bezahlbares Wohnen für Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen ist Kitt für den sozialen Zusammenhalt in den Städten.
Frage: Ab 2020 soll auch das Wohngeld erhöht werden.
Lewe: Das ist gut und richtig. Die Anpassung war überfällig. Das hilft besonders einkommensschwachen Haushalten.
Frage: Vorgesehen ist auch, den Vergleichszeitraum für die ortsübliche Miete im Mietspiegel von vier auf sechs Jahre zu erweitern. Wird das den Anstieg der Mietpreise dämpfen?
Lewe: Wenn es gut gemacht ist, ja. Wie genau der Mietspiegel gestärkt werden soll, ist noch zu diskutieren. Am Ende muss das Instrument Mietspiegel zu mehr Rechtssicherheit und Akzeptanz führen.
Petra Sorge Korrespondentenbüro Berlin
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