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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Antisemitismus ist unverhohlener geworden

02.01.2019
Frage: Herr Klein, 85 Prozent der in Deutschland lebenden Juden halten Antisemitismus für das drängendste Problem. Das ist das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Umfrage der EU-Grundrechteagentur. Hat der Judenhass im Jahr 2018 hierzulande deutlich zugenommen?
Klein: Die gefühlte Bedrohungslage der Juden hat im vergangenen Jahr tatsächlich erheblich zugenommen. Die polizeiliche Kriminalstatistik indes bestätigt das nicht. Es ist auch nicht klar, ob die Zahl der Antisemiten gestiegen ist. Was sich aber verschärft hat, ist die Art, wie sich Antisemitismus äußert: Er ist unverhohlener geworden, und Hemmschwellen sind gesunken. Dinge, die früher verpönt waren, werden heute wieder gesagt und gewinnen durch das Internet stärker an Verbreitung.
Frage: 44 Prozent der Juden in Deutschland haben in den vergangenen fünf Jahren schon einmal mit dem Gedanken gespielt, auszuwandern – weit mehr als im EU-Durchschnitt. Ein Alarmzeichen?
Klein: Das ist absolut alarmierend und darf uns nicht ruhen lassen. Trotzdem freue ich mich, dass der Präsident des Zentralrats der Juden sagt, Deutschland sei ein sicheres Land – und nicht zur Auswanderung von Juden aufruft. Wie groß das Phänomen ist, wollen wir in diesem Jahr mit einem bundesweiten Meldesystem für antisemitische Übergriffe besser ergründen. Dort können erstmals bundesweit Opfer antisemitische Vorfälle melden, die unterhalb der Strafbarkeitsschwelle liegen.
Frage: Die bundesweite Meldestelle soll im Februar an den Start gehen. Was erwarten Sie sich von dem Projekt?
Klein: Einmal erhoffe ich mir mehr Aufschluss über die Tätergruppen, aber auch mehr Schutz für die Betroffenen. Opfer und Zeugen können niedrigschwellig Unterstützung erhalten. Viele Menschen sind traumatisiert und gehen gar nicht erst zur Polizei, weil sie glauben, eine Strafanzeige bringt sowieso nichts. Jetzt sollen ihnen zivilgesellschaftliche Organisationen zur Seite stehen.
Petra Sorge Korrespondentenbüro Berlin
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