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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Auf Deutschland kommen extreme Wetterlagen zu

02.10.2013
Frage: Bei einem ungebremsten Klimawandel rechnen Wissenschaftler nach dem neusten Klima-Report mit mehr Hitzewellen und einem steigenden Meeresspiegel – auch in Deutschland. Wenn Sie einen Blick auf das Jahr 2100 wagen: Wie wird sich bis dahin das Klima in Deutschland verändert haben – also zum Beispiel Temperatur, Niederschlag und Stürme?
Levermann: Bei ungehindertem Klimawandel erwarten wir allgemein mehr und stärkere Extreme. Das gilt auch für Deutschland: Wir erwarten natürlich Hitzewellen in einer sich erwärmenden Welt, aber auch stärkere Wintereinbrüche wie wir das in den letzten Jahren bereits beobachtet haben. Die Wahrscheinlichkeit hierfür steigt durch das Meereisschmelzen in der Arktis. Wir erwarten stärkere Winde und einen erhöhten Meeresspiegelanstieg an den Küsten. Mehr extreme Niederschläge in Form von Regen, aber auch Schnee und natürlich wird die Mehrheit der Gletscher verschwinden.
Frage: Welche Regionen werden besonders unter den Klimaveränderungen leiden müssen?
Levermann: Auf dieser feinen Auflösung macht der Weltklimabericht keine Aussagen. Dafür reichen die verwendeten Modelle derzeit noch nicht aus.
Frage: Wird es auch Gewinner des Klimawandels in Deutschland geben?
Levermann: Ob es Gewinner des Klimawandels gibt, ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich aber ist, dass es Gewinner des Klimaschutzes geben wird. Denn für einen effektiven Klimaschutz müssen die erneuerbaren Energien stark ausgebaut werden und das bringt Innovation. Die entsprechenden Lösungsstrategien werden ja derzeit in der dritten Arbeitsgruppe des Weltklimarats untersucht, der im Mai nächsten Jahres erscheinen wird.
Frage: Im neuen Weltklimabericht wird Deutschland kaum beziehungsweise nur indirekt erwähnt. Wieso eigentlich?
Levermann: Deutschland hat einfach eine sehr geringe Ausdehnung. Die verwendeten Klimamodelle berechnen den gesamten Globus, dafür ist Deutschland einfach zu klein. Ob es aber eine wichtige Rolle im Klimaschutz spielen kann, bleibt abzuwarten. Da schau ich gespannt auf die Arbeiten der Kollegen in der dritten Arbeitsgruppe des Weltklimarats und ihren Bericht im Mai 2014.
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