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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Ausbildung zum Landwirt unter Jugendlichen begehrt

25.07.2016
Frage: Frau Hallmann-Rosenfeldt, wie ist die Ausbildungsplatzsituation im Bereich der grünen Berufe rund um die Landwirtschaft 2016?
Hallmann-Rosenfeldt: Die Lage ist erfreulich stabil. Wir gehen davon aus, dass wir in einigen Bereichen 2016 am Ende auch etwas mehr neue Ausbildungsverträge haben dürften als vor einem Jahr. Das ist umso erfreulicher, als die Zahl der Schulabgänger sinkt und innerhalb dieser Gruppe der Anteil derer, die ins Studium streben, tendenziell steigt.
Frage: Welche Berufe stehen im Mittelpunkt des Interesses?
Hallmann-Rosenfeldt: Ein leichtes Plus könnte es erneut beim Ausbildungsberuf „Landwirt/Landwirtin“ geben. Darüber freuen wir uns sehr, denn die finanzielle Lage mancher Betriebe ist aktuell nicht gut – Stichwort: viel zu niedriger Milchpreis. Dennoch ist das Interesse an dem Beruf groß. Das spricht für viel Zuversicht und Interesse bei den jungen Leuten. Auch in einigen Dienstleistungsbereichen sind Ausbildungsplätze stärker gefragt. Dazu zählen etwa die technisch ausgerichtete „Fachkraft Agrarservice“ und der noch junge Beruf „Pflanzentechnologe/in“ rund um Pflanzenbau, Versuchswesen und Labor.
Frage: Dass sich vor dem aktuellen Hintergrund etwa der Milchwirtschaft so viele junge Menschen für den Beruf Landwirt/in entscheiden, ist ja etwas überraschend, oder?
Hallmann-Rosenfeldt:
Aber nur auf den ersten Blick. Unsere übliche Umfrage zeigt nämlich, dass die Jugendlichen mit der Ausbildung in den Betrieben – von der einen oder anderen Ausnahme abgesehen – sehr zufrieden sind. Auf die Frage, ob man diese Ausbildung noch einmal wählen würde, antworteten 90 Prozent der Absolventen, die gerade ihre Ausbildung abgeschlossen haben, mit einem Ja. Und diese Zufriedenheit spricht sich unter Jugendlichen natürlich auch herum.
Frage: In welchen Sparten der Grünen Berufe kann man aktuell noch am ehesten einen Ausbildungsplatz ergattern?
Hallmann-Rosenfeldt: Das könnte zum Beispiel noch im Gartenbau und im Garten- und Landschaftsbau gelingen oder auch im Bereich Hauswirtschaft. Dieser Beruf steht zu Unrecht etwas im Hintergrund. Dabei bietet die Ausbildung den Einstieg in einen interessanten Dienstleistungssektor. Der Bedarf ist da. Und man hat gute Fortbildungsmöglichkeiten. Aber es gibt auch noch Angebote in einigen anderen Berufen. Stöbern kann man unter www.talente-gesucht.de
Frage: Was macht wohl generell die Attraktivität der Berufe rund um Landwirtschaft aus?
Hallmann-Rosenfeldt:
Dazu gehört die Vielfalt der Tätigkeiten in den einzelnen Berufen. Es wird nie langweilig. Und man kann oft sehr früh selbstständig Aufgaben übernehmen. Was ganz wichtig ist: In den Betrieben herrscht eine angenehme Atmosphäre. Die Auszubildenden haben dort das Gefühl, gut aufgehoben zu sein, auch gut und klar strukturiert ausgebildet zu werden, mit einem Ansprechpartner, der immer in der Nähe ist.
Frage: Bieten die Grünen Berufe eigentlich auch Chancen für Menschen mit Beeinträchtigungen, mit Behinderungen?
Hallmann-Rosenfeldt:
Das ist so. Wir haben für Menschen mit Handicaps spezielle Ausbildungen, mit einem verringerten Anteil an Theorie. Dazu gehören „Werker/innen“ im Gartenbau und „Fachpraktiker/innen“ in der Hauswirtschaft. Betriebe, die teils auch über ein Netzwerk verbunden sind, und Auszubildende machen damit gute Erfahrungen.
Frage: Wozu raten Sie Betrieben, die erstmals ausbilden wollen oder die nicht genügend Bewerber/innen finden?
Hallmann-Rosenfeldt: Klar ist: Mehr Betriebe müssen aktiv etwas tun, um ihren Nachwuchsbedarf an Fachkräften zu sichern. Bewährt hat sich der Weg, sich in der Berufsorientierung junger Menschen zu engagieren, also Kontakt mit Schulen am Ort aufzunehmen, Schulklassen einzuladen und Praktikumsplätze anzubieten. Aber auch öffentlichkeitsorientierte Veranstaltungen wie ein Tag der offenen Tür oder die Teilnahme am „Preis für Innovative Ausbildung“ (PIA) haben sich als nützlich erwiesen. Direkt bekanntmachen kann man sich bei Jugendlichen auch unter www.talente-gesucht.de
Generell sollte gelten: Gut ausbilden – und dies dann auch bekannt werden lassen!
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

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