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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Service: Ausbildungs- und Studienkosten steuerlich nutzen

09.10.2014

Frage: Herr Duwe, in diesen Wochen haben zahlreiche Jugendliche eine Ausbildung begonnen, andere starten jetzt ins Studium. Beides verursacht Kosten.  Können die Eltern die anfallenden Kosten steuerlich verwenden?   

Duwe: Schulgeldzahlungen können unter bestimmten Voraussetzungen bei den Eltern als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Die weiteren Ausbildungskosten für das Kind sind durch das Kindergeld beziehungsweise den Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf abgedeckt. Für Aufwendungen für ein in Berufsausbildung befindliches und auswärtig untergebrachtes volljähriges Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld besteht, kann durch die Eltern ein Freibetrag in Höhe von 924 € je Kalenderjahr als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden (Ausbildungsfreibetrag).

Frage: Wer kann Aufwand überhaupt steuerlich nutzen?

Duwe: Aufwendungen für Berufsausbildung und Studium sind grundsätzlich nicht von den Eltern, sondern von den Jugendlichen selbst steuerlich geltend zu machen. Hat der Jugendliche zunächst keine eigenen Einkünfte, was insbesondere im Falle eines Studiums oft der Fall sein dürfte, kann es sich trotzdem lohnen, die Rechnungen und Belege zu sammeln. Sie können sich eventuell zu einem späteren Zeitpunkt steuerlich auswirken, wenn durch den Jugendlichen rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden.

Frage: Wie sind die grundsätzlichen Regelungen zur Abzugsfähigkeit von Kosten im Zusammenhang mit Ausbildung und Studium?

Duwe: Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, können grundsätzlich nur beschränkt bis zur Höhe von 6000 € im Kalenderjahr und nur als sogenannte „Sonderausgaben“ geltend gemacht, das heißt von der Summe aller positiven Einkünfte abgezogen werden. Dies gilt auch, wenn der Jugendliche eine weitere Ausbildung oder ein weiteres Studium beginnt, ohne die Erstausbildung bzw das Erststudium abgeschlossen zu haben. Wenn die Erstausbildung oder das Erststudium im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erfolgen, sind die Kosten in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar. Aufwendungen für eine weitere Berufsausbildung sind grundsätzlich in voller Höhe als Werbungskosten steuerlich abziehbar.

Frage: Welche Kosten sind, sofern die grundsätzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, nutzbar?

Duwe: Als Ausbildungskosten – Werbungskosten/Sonderausgaben – kommen insbesondere folgende Aufwendungen in Betracht: für Arbeitsmittel, für ein häusliches Arbeitszimmer, für Fachliteratur, Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort, sowie Studiengebühren und auch Mehraufwand wegen auswärtiger Unterbringung.

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Frage: Was muss man konkret tun – Rechnungen im Schuhkarton über Jahr sammeln oder jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben, obwohl man vielleicht nur minimale Einkünfte hat, etwa mit einem Lehrlingsgehalt oder über einen Studentenjob?

Duwe: Eine Steuererklärung sollte immer abgegeben werden, wenn in dem jeweiligen Jahr nicht nur geringfügige steuerpflichtige Einnahmen erzielt werden. Die Kosten verringern dann unmittelbar die Steuerlast des Jugendlichen. Bei Vorliegen von Werbungskosten, gilt dies auch dann, wenn sie die Höhe der Einnahmen des Jugendlichen übersteigen oder wenn in dem Jahr (noch) keine Einnahmen erzielt werden. Die negativen Beträge werden dann durch Steuerbescheid als sogenannter „Verlustvortrag“ festgestellt. Dieser kann dann eine spätere Steuerlast verringern. Nur ein durch Steuerbescheid festgestellter Verlustvortrag ist entsprechend nutzbar.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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