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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

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01.02.2016
Frage: „Ostfriesenschwur“ ist der zehnte Fall für Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen. Für 2017 haben Sie den nächsten Ostfriesenkrimi angekündigt. Was machen Sie eigentlich, wenn Sie keine Krimis schreiben?
Wolf: Ich schreibe mit äußerster Leidenschaft. Sie müssen sich mich als glücklichen Menschen vorstellen. Ich wollte schon als Kind ein Volksschriftsteller werden, der von den Massen gelesen wird. Insofern genieße ich es jetzt ohne Ende. Und wenn ich nicht schreibe, dann recherchiere ich und gehe auf Lesereisen. Im vergangenen Jahr habe ich 271 Nächte in Hotels verbracht.
Frage: Das hört sich anstrengend an.
Wolf: Im Gegenteil. Lesungen sind für mich wie eine Party. Es macht mir auch nichts aus, die Bücher über eine Stunde lang zu signieren und auch mit persönlichen Widmungen zu versehen.
Frage: Für „Ostfriesenschwur“ liegen bereits über 145 000 Vorbestellungen vor. Der Verlag plant eine zweite Auflage. Wie erklären Sie sich den Erfolg Ihrer Ostfriesenkrimis?
Wolf: Schön, dass Sie nicht nach einem Erfolgsrezept fragen. Ich habe mit dem Erfolg nicht gerechnet. Er ist nicht gemacht durch Werbung oder von der Literaturkritik. Der Erfolg ist passiert, weil Fans, die diese Reihe lieben, anderen davon erzählen. Er ist somit von unten gewachsen, und deshalb habe ich auch keine Angst, dass er einbricht. Buchhändler sagen, dass meine Leser meine besten Vertreter sind.
Frage: Ist Ostfriesland eigentlich ein gutes Pflaster für Krimiautoren?
Wolf: Ich bin mir sicher, dass Ostfriesland bald den Stellenwert haben wird wie Krimis aus Schweden. Es gibt eine ganze Reihe guter Krimiautoren in Ostfriesland. In jedem meiner Bücher kommt ein Krimi von ihnen vor, der gerade von Frank Weller, dem Kollegen von Ann Kathrin Klaasen, gelesen wird. Auf diese Weise versuche ich auch, die guten Kollegen zu unterstützen.
Frage: Kommissarin Klaasen geht bei ihren Ermittlungen zuweilen etwas eigensinnig vor. Hat Sie Ähnlichkeit mit Ihnen?
Wolf: Es stimmt schon, Klaasen hat ihren eigenen Kopf. Im wirklichen Polizistenleben hätte es schon das eine oder andere Disziplinarverfahren gegen sie gegeben. Ich mag das, wenn sich Menschen quer zur Welt stellen. Für Ostfriesen ist das typisch. Für viele Leser ist Klaasen die beste Freundin, und ich ernte viel Kritik, dass ich sie immer wieder in gefährliche Situationen bringe.
Frage: Unter ihren Fans sind viele Polizisten. Wundert Sie das?
Wolf: Ich versuche, Polizisten zu verstehen und nicht als dumme Bullen hinzustellen. Sie fühlen sich von mir verstanden, weil ich in meinen Büchern die Widersprüche beschreiben kann zwischen dem, was richtig wäre, und dem, was man darf. Ich bin nah dran. Das führt so weit, dass mich Polizisten einladen, um mir neue Ermittlungstechniken vorzuführen.
Frage: Was ist für Sie ein guter Krimi?
Wolf: Gute Krimis erzählen von Emotionen und von Brüchen im Leben. Sie haben nichts mit explodierenden Autos zu tun.

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