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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Bahn hat keine Notfallpläne

20.01.2018
Frage: Der Sturm „Friederike“ hat die Bahn in Deutschland lahmgelegt. War die bundesweite Einstellung des Verkehrs gerechtfertigt?
Naumann: Auf vielen Strecken war es sicher gerechtfertigt, den Verkehr einzustellen. Sicherheit geht vor. Aber sicher nicht überall und bundesweit. Dass ein Regionalzug ohne Probleme und gefahrlos auf einer Strecke fahren kann und ein Fernzug nicht, ist nicht zu erklären. Nur ein Beispiel: Während des Sturms fuhr zwischen Hamburg und Hannover die private Metronom-Bahn, und die Deutsche Bahn hat dort ihren Fernverkehr eingestellt. Warum lässt man dann nicht den ICE von Hamburg nach München zwischen Hamburg und Hannover pendeln? Da ist der Konzern übervorsichtig und nicht flexibel. Außerdem: Die Bahn hat für solche Fälle keine Notfallpläne in der Schublade. Sie braucht ein deutlich besseres Krisenmanagement für solche Störungen im Falle von Unwettern.
Frage: Hat die Bahn gelernt und das Krisenmanagement verbessert?
Naumann: Das Krisenmanagement und die Hilfen für die Fahrgäste vor Ort an den Bahnhöfen waren sicherlich gut. Bei der Information hakt es in solchen Krisenfällen noch immer. Grundsätzlich gelten die Fahrgastrechte im Schienenverkehr auch bei höherer Gewalt. Das bedeutet 25 Prozent Fahrpreiserstattung nach einer Stunde Verspätung, 50 Prozent nach zwei Stunden. Wenn der Reisende nicht mehr am Tag seines Reiseantritts wie geplant ans Ziel kommt, muss die Bahn für ihn sorgen, etwa mit Taxigutscheinen oder einem Hotelzimmer.

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