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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Ballerspiele-Verbot als Beruhigungspille nicht ehrlich

27.07.2016
Frage: Würzburg, München, Reutlingen, Ansbach – Deutschland zwischen Amok, Angst und Anschlägen. Wie sollen wir uns sicher fühlen?
Schwesig: Dass ein junger Mensch eine solch schreckliche Tat wie in München oder Ansbach begeht, ist nur schwer fassbar. Diese Gewalttaten erschüttern uns alle. Und besonders schmerzhaft ist es natürlich für jene, die einen geliebten Menschen verloren haben. Doch bei allem Schmerz, bei aller Verunsicherung kommt es jetzt darauf an, besonnen zu bleiben. Es ist wichtig, mit Sorgfalt die Taten aufzuklären, zu bewerten und dann entsprechende Schlüsse daraus zu ziehen. Mit politischen Schnellschüssen ist niemandem geholfen.
Frage: „Mama, warum macht jemand so etwas Schlimmes?“, hat Ihr Sohn Julian nach dem Amoklauf von München gefragt. Wie erklärt man Kindern sowas?
Schwesig: Das ist eine Frage, die alle Eltern umtreibt. Denn darauf gibt es ja keine einfachen Antworten. Darüber zu reden ist wichtig. Denn die Kinder bekommen es mit, schnappen in Schule, bei Freunden, aus dem Radio Informationen auf, die sie zunächst nicht einordnen, die ihnen aber durchaus Angst machen können. Nicht jedes Fernsehbild oderjeder Radiobeitrag ist gut für unsere Kinder – die Informationen müssen, soweit es geht, dosiert sein. Aber es verschweigen oder den Kindern einfach nur zu sagen, „es ist nichts“, das halte ich auch nicht für richtig.
Frage: Bundesinnenminister Thomas de Maizière will eine Debatte über „Ballerspiele“, wie sie auch der Täter von München spielte. Muss es hier strengere Regeln und Verbote geben?
Schwesig: Ich bin keine Freundin dieser Spiele. Leider ist es so, dass viele Amoktäter auch exzessiv diese Art von Spielen wie „Counterstrike“ gespielt haben – aber nicht jeder, der diese Art von Spielen spielt, wird auch zum Amokläufer. Die erste Bauchreaktion bei vielen ist: Warum gibt es diese Spiele überhaupt? Gerne würde ich sagen, durch ein Verbot der Spiele würden solche schrecklichen Taten nicht mehr passieren. Aber das ist ja leider nicht der Fall. Ein Verbot nur als „politische Beruhigungspille“ wäre nicht ehrlich.
Rasmus Buchsteiner
Korrespondentenbüro Berlin
Tel:
0441 9988 2018

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