Herr Harms, in Kürze endet die Frist dafür, Kandidaturen bei der Wahl zur neuen Vollversammlung der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) anzumelden. Sie haben sich Jahrzehnte dort engagiert. Würden Sie’s nochmal machen?

HarmsAber sicher! Ein Engagement in der Vollversammlung, den regionalen Beiräten oder nach Branchen ausgerichteten Ausschüssen, kurzum die Mitarbeit an der Gestaltung von Rahmenbedingungen in der Region, ist sehr erfüllend. Man kann etwas bewegen. Und die Mitarbeit liegt, wenn man Unternehmer ist, einfach auch im ureigenen Interesse. Man kann Einfluss nehmen.

Ein Beispiel?

HarmsNehmen wir mein Stammthema: den Einzelhandel. Die IHK arbeitet maßgeblich an den regionalen Einzelhandelskonzepten mit. Man trägt also dazu bei, vernünftige Arbeits- und Entwicklungsbedingungen zu schaffen.

Aber es gibt doch viele Verbände, die auch mal richtig auf den Putz hauen. Warum ausgerechnet die IHK?

HarmsAus meiner Sicht genießt die IHK das höchste Ansehen, sie wird im Vergleich als besonders wichtig angesehen. Das ist auch gerechtfertigt. Die Kammer vertritt nicht Einzelinteressen, sondern sie hat das große Ganze – das Oldenburger Land als Kammerbezirk mit seinen mehr als 60 000 Betrieben – im Blick. Die IHK hat ein eher neutrales Image. Ihr Wort wird deshalb besonders wichtig genommen. Also: kandidieren!

Sie waren von 2002 bis 2011 IHK-Präsident. Was machen Sie heute?

HarmsIch kümmere mich um Immobilienentwicklungen, mit Schwerpunkt Einzelhandel, wie aktuell in Hooksiel. Außerdem bauen wir die Firma Certus aus. Das ist ein Spezialist für elektronische Warensicherung. Besonders stark wächst Certus übrigens gerade in Australien.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)