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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Bei Lärm gibt es keine Pille danach

13.03.2014
Frage: Professor Kollmeier, Sie leiten derzeit die wissenschaftliche Großtagung „Hören für alle“ in Oldenburg, an der insgesamt 1700 Hörforscher teilnehmen. Ein Thema sind unter anderem „schlaue Hörgeräte“. Worum geht es da?

Kollmeier: Im Gegensatz zu den alten Hörgeräten, die den Ton nur verstärkt haben, sind die modernen schlauen Hörgeräte in der Lage, sich der Hörsituation anzupassen. Wenn viele Störfaktoren um sie herum sind, stellen sie eine andere Betriebsart ein, unterdrücken den Nachhall und vernetzen sich mit dem Hörgerät auf der anderen Seite. Diese Situationsanpassung kann man durchaus als schlau bezeichnen.

Frage: Ist das Zukunftsmusik oder bereits verfügbar?

Kollmeier: Die aktuell verfügbaren Hörgeräte sind schon sehr viel besser als vor Jahren und können auch schon miteinander kommunizieren, aber im Labor sind wir da schon etwas weiter.

Frage: Was können die Laborgeräte mehr als die anderen?

Kollmeier: Die Geräte im Labor können beispielsweise schon mehrere Sprecher von einander trennen und auch den Nachhall etwas besser unterdrücken als es mit den Hörgeräten im Handel geht. Da geht es um einen ständigen Fortschritt. Je größer die Rechenleistung und Übertragungskapazität zwischen den einzelnen Hörgeräten wird, desto besser ist die Hallunterdrückung.

Frage: Offenbar ist das Hören bei Störgeräuschen eines der zentralen Themen. . .

Kollmeier: Das ist richtig. Schwerhörige sind oft besonders belästigt, wenn sie sich bei größeren Menschenmengen oder in großen Räumen wegen der Störgeräusche nicht mehr ordentlich unterhalten können. Die Unterdrückung des Störschalls ist in der Tat unsere größte Herausforderung.

Frage: Es gibt auf der Tagung noch zwei weitere Botschaften: Seid leiser und schämt euch nicht, wenn ihr ein Hörgerät braucht. . .

Kollmeier: Definitiv. Wer ein Hörgerät trägt, zeigt damit, ich möchte dabei sein und alles mitkriegen und nicht in so einer bleiernen Stille versinken, sondern möchte mit meinen Ohren rundum an der Umwelt teilhaben. Deshalb gibt es inzwischen ja auch modische neue Hörhilfen. Und was die Lautstärke angeht, mit der wir uns umgeben, muss man wissen, dass es große individuelle Unterschiede gibt. Man darf das deshalb nicht generell verteufeln. Man muss sich aber auch darüber klar sein, dass das Ohr bei zu hohen Lautstärken unwiderruflich geschädigt wird. Es gibt beim Lärm keine Pille danach.

Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeierist Gesicht und Sprachrohr der Oldenburger Hörforschung. In dieser Woche leitet er eine wissenschaftliche Großtagung zweier Verbände, an der 1700 Experten teilnehmen.


  www.zentrumfuerhoerforschung.uni-               oldenburg.de 
Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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