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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Berlinale für uns ein Pflichttermin

18.02.2013
Frage: Herr Bruch, was kann ein kleines Kino wie das Oldenburger „Cine k“ von einer Großveranstaltung wie der Berlinale mitnehmen?
Bruch: Gerade die Berlinale ist für uns Pflichttermin. Es wird dort eine ungeheure Vielfalt von Filmen angeboten. Gerade für uns als „Nischenkino“ bekommen wir im Wettbewerb und im Forum viele Filme zu sehen, die nicht unbedingt zum Mainstream zählen. Das ist eine wahre Fundgrube. Davon abgesehen können wir bei der Berlinale auf engem Raum den Kinomarkt beobachten. Das Festival ist der Branchentreff schlechthin, da trifft man alle wichtigen Leute.
Frage: Heute spielt ja die digitale Verarbeitung im Filmgeschäft eine immer größere Rolle. Ist die digitale Projektion auch für das „Cine k“ ein Thema?
Bruch: Wir denken schon seit längerem heftig darüber nach, wie weit wir es uns leisten können, auf digitale Projektion zumindest teilweise umzustellen. Insofern gibt uns die Berlinale – die übrigens inzwischen weit mehr als die Hälfte der Filme digital projiziert – sicherlich wertvolle Anregungen. Allerdings wollen wir auf jeden Fall unseren analogen 35-Millimeter-Projektor behalten. Viele unserer Zuschauer finden gerade die herkömmliche Technik reizvoll. Ohne Zweifel hat sich jedoch auf dem digitalen Markt sehr viel getan, und die Installation ist auch erheblich günstiger geworden.
Frage: Der französisch-jüdische Filmemacher Claude Lanzmann ist in Berlin mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Das dürfte Sie ganz besonders freuen . . .
Bruch: . . . und wie! Das „Cine k“ hat ja erst vor ein paar Tagen Lanzmanns Hauptwerk „Shoah“ gezeigt – in voller zehnstündiger Länge. Das Publikum war sehr beeindruckt, und hier in Berlin haben mir viele Leute gesagt, wie toll sie es finden, dass wir uns ein solches Projekt zutrauen. Das ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit.
Frage: Den nächsten Coup haben Sie auch schon gelandet. Mitte März zeigt das „Cine k“ Spielbergs Oscar-verdächtigen Spielfilm „Lincoln“ – als einziges Kino in Oldenburg.
Bruch: Ja, das hat aber mit der Berlinale nichts zu tun. Gleichwohl sind wir sehr stolz, dass wir den Film in Oldenburger Erstaufführung zeigen können. In den großen Oldenburger Kinos wird er nicht laufen, selbst wenn er bis dahin ein paar Oscars abräumen sollte.

Wolfgang Bruch (47) ist Geschäftsführer des Programmkinos „Cine k“ in der Oldenburger Kulturetage. Gemeinsam mit Marion Fittje (50) leitet er das Kino seit es vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde.


Infos unter   www.cine-k.de 

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