Herr Luhmann, an wen richten sich die 3D-Tage?

LuhmannDie Veranstaltung richtet sich an Fachleute der optischen 3D-Messtechnik, dazu zählen Wissenschaftler, Praktiker, Systemhersteller, aber auch Studierende verschiedener Disziplinen. Dieses Jahr rechnen wir mit circa 200 Teilnehmern aus dem In- und Ausland.

Wo wird die optische 3D-Messtechnik eingesetzt?

LuhmannÜberall dort, wo es gilt, die dreidimensionale Form von Objekten oder deren Veränderung zu erfassen. Dies geht mit Hilfe von Kameras oder Lasermesssystemen sehr effizient und genau. Typische Anwendungen sind die Erfassung der Erdoberfläche, die Vermessung von Gebäuden oder historischen Kulturgütern, die Aufnahme von Verkehrsunfällen oder die Qualitätskontrolle in Industrie und Medizin. Insofern berührt die Technik unseren Alltag an vielen Stellen, nur wissen die Wenigsten davon.

Was sind Neuerungen oder Diskussionspunkte?

LuhmannAktuell werden immer mehr Bildaufnahmen von sogenannten Drohnen (besser: unmanned aerial systems) hergestellt, die automatisch zu Bildkarten oder Oberflächenmodellen weiterverarbeitet werden. Aber auch die Verarbeitung von Massendaten (big data) stellt eine aktuelle Herausforderung dar. Schließlich sind Genauigkeit und Qualität der verschiedenen Verfahren und Systeme immer ein aktueller Diskussionspunkt.

Die 3D-Tage finden bereits zum 15. Mal statt. Was hat sich verändert?

LuhmannEs hat während dieser Zeit einen erheblichen technischen Fortschritt gegeben. Immer mehr Verfahrensschritte werden vollautomatisiert und damit auch schneller und preiswerter. War die Veranstaltung anfangs vor allem an Fachleute aus der Geodäsie gerichtet, so finden heute Experten aus allen möglichen Gebieten, von kriminalistischen Forensikern über Architekten bis zu Medizinern und Maschinenbauern den Weg nach Oldenburg. Uns zeichnet die besondere Mischung aus Wissenschaft und Praxis aus, mit der Möglichkeit, intensiv zu diskutieren und dabei über die eigenen Grenzen hinweg neue Kontakte und Know-how zu gewinnen.

Professor Dr. Thomas Luhmann (58) ist Leiter des Instituts für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik an der Jade Hochschule. Dort finden am 3. und 4. Februar die Oldenburger 3D-Tage statt.