Herr Kluth, auf der Logistikmesse in München hat das Fraunhofer-Institut eine Studie über die guten Bedingungen des Wilhelmshavener Jade-Weser-Ports im Vergleich zu den anderen Nordseehäfen vorgelegt. Wie zufrieden waren Sie mit dem Ergebnis?

KluthIch war mit dem Ergebnis der Studie hoch zufrieden, wenn auch nicht sonderlich überrascht. Schließlich wurde in der Untersuchung das bestätigt, was wir schon lange sagen: Der Wilhelmshavener Containerhafen ist einfach gut und macht die Stadt zu einem ausgesprochen attraktiven Platz für die Logistikwirtschaft.

Was sagt die Studie denn konkret aus?

KluthDie Studie hat beispielsweise ergeben, dass der Jade-Weser-Port überdurchschnittliche Werte in der Erreichbarkeit von See aus erzielt. Dabei geht es um die sogenannte Revierfahrt in Hafennähe, die Tiefgangs-Beschränkungen, die Verkehrsführung und die Bedingungen beim An- und Ablegen.

Und was ist mit der Hinterland-Anbindung?

KluthDie Studie sieht auch bei der Hinterland-Infrastruktur deutliche Vorteile gegenüber den anderen Häfen. Sowohl die Schienen- als auch die Straßenverbindungen sind weniger belastet als anderswo. Und dass ein Hafen ampelfrei per Autobahn zu erreichen ist, bedeutet ebenfalls eine Einmaligkeit.

Besonders gut ist offenbar auch die Platz-Situation im Jade-Weser-Port. . .

KluthDas ist richtig. Während es an vielen etablierten Standorten bereits deutliche Engpässe bei hafennahen Logistikflächen gibt, kann sich die Verfügbarkeit von Flächen und Arbeitskräften zu einem Erfolgsfaktor für Wilhelmshaven entwickeln.

Und warum steuern so wenig Schiffe den Jade-Weser-Port an?

KluthDa muss man etwas geduldiger sein. So schnell werden die Fahrpläne der großen Reedereien nicht geändert. Wichtig ist, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das hat die Fraunhofer-Untersuchung eindrucksvoll bestätigt. Die einmaligen Standortvorteile mit sowohl see- als auch landseitig besten Bedingungen werden letztlich entscheidend für den Erfolg sein.

Axel Kluth ist Geschäftsführer der Jade-Weser-Port-Gesellschaften. Er äußert sich über eine Fraunhofer-Studie über die Marktchancen des Wilhelmshavener Containerhafens, die auf einer Logistik-Messe in München vorgestellt wurde.

Jürgen Westerhoff