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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Bewegung stärkt Knochen von kleinen Kindern

17.12.2015
Frage: Herr Ahrens, Sie haben an einer Studie mitgewirkt, deren Ziel es war, zu erforschen, wie körperliche Aktivität, sitzendes Verhalten und Muskelkraft kombiniert auf die Knochengesundheit und -entwicklung bei Kindern wirken. Wie lautet Ihre Erkenntnis?
Ahrens: Körperliche Aktivität fördert bereits im Kindesalter die Knochenentwicklung, während sitzendes Verhalten diese negativ beeinflusst. Nur zehn Minuten zusätzliche moderate bis intensive körperliche Aktivität am Tag erhöhen die Knochenfestigkeit bei Vorschul- und Grundschulkindern. Dies zeigen Untersuchungen von rund 4500 Kindern zwischen zwei und zehn Jahren.
Frage: Wie haben Sie das erforscht?
Ahrens: Die Knochenfestigkeit der Kinder wurde mit einem Ultraschallgerät am Fersenknochen gemessen. Weiterhin wurden die Kinder mit einem Bewegungsmesser ausgestattet, der ihre Bewegungsaktivität aufzeichnete. So war zu erkennen, wie viel Zeit die Kinder in sitzender, leichter, moderater oder intensiver körperlicher Aktivität verbracht hatten. Zusätzlich gaben die Eltern an, welche Art von Sport das Kind treibt, wie viel es sich in seiner Freizeit bewegt und vor dem Bildschirm sitzt. Sprungweite und Handgreifkraft wurden gemessen, um die Muskelkraft zu ermitteln.
Frage: Gibt es Sportarten, die besonders förderlich sind?
Ahrens: Einen bedeutenden positiven Effekt auf die Knochenentwicklung im Kindesalter haben vor allem die gewichtsbelastenden sportlichen Aktivitäten – hierzu zählen beispielsweise Ballspiele wie Fußball und Basketball, aber auch Seilspringen und Rennspiele. Dies ist mit den mechanischen Belastungen zu erklären, die auf die Knochen wirken und deren Aufbau fördern. In der Studie zeigte sich: Wenn die Intensität der körperlichen Aktivität gering war, wurde eine geringere Knochensteifigkeit bei den Kindern festgestellt.
Frage: Je mehr Kinder sich bewegen, desto stärkere Knochen bekommen Sie?
Ahrens: Das könnte man so sagen. Die Grundlage für eine gute Knochengesundheit wird im Kindesalter gelegt und dabei ist Bewegung elementar. Eine moderate bis intensive sowie gewichtsbelastende körperliche Aktivität beschleunigt die Knochenaufbauprozesse, stärkt die Knochenfestigkeit und senkt das Risiko von Knochenbrüchen.

Prof. Dr. Wolfgang Ahrens (60)ist stellvertretender Direktor am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) in Bremen und Mitautor einer europäischen Studie zu den Vorteilen körperlicher Aktivität von Kindern.


Infos unter   www.bips-institut.de 
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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