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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Fernsehen: „Bild des Toten hat mich bis heute nicht losgelassen“

04.02.2016
Frage: Was hat Sie an diesem Stoff so gereizt?
Riedhof: Das Bild des tot und bekleidet in einer Badewanne liegenden Uwe Barschel hat von Anfang an einen starken Sog auf mich ausgeübt und mich bis heute nicht losgelassen. Ich habe das als 16-Jähriger sehr stark wahrgenommen, auch die berühmte Ehrenwort-Pressekonferenz Barschels im Fernsehen. Es war doch unvorstellbar, dass ein Politiker wie er gegen seinen Kontrahenten Björn Engholm auf übelste Weise vorgegangen sein soll. Dass er dann noch starb, war ein Schock, der die ganze Republik erfasste. Im Grunde ist es erstaunlich, dass es bisher noch keinen Film über die ganze Geschichte gab.
Frage: Bis heute ist ungeklärt, ob sich Barschel das Leben nahm oder ermordet wurde. Zu welchem Schluss kommen Sie, nachdem Sie jahrelang in den Fall eingetaucht sind?
Riedhof: Ich ging am Anfang mehr von Suizid aus. Je stärker ich mich mit den Hintergründen befasste, desto mehr wandelte sich das Bild. Ich habe natürlich keine Beweise, aber eine Ahnung, wie es gewesen sein könnte. Jetzt tendiere ich mehr zu Mord. Aber es gibt auch für Selbstmord triftige Gründe. Der Fall ist ja deshalb ein Mythos, weil er nicht geklärt ist. Die Ambivalenz hält uns bis heute in Atem.
Frage: Waffenhandel und der BND spielen im Film wichtige Rollen. Welche grundsätzlichen Erkenntnisse ziehen Sie aus Ihren Recherchen?
Riedhof: Ich sehe ein Dreieck aus einer Politik-Elite, Waffenlobby und einer Geheimdienstwelt, das ein Eigenleben entwickelt hat und nicht demokratisch ist. Das beunruhigt mich. Ich glaube, nach NSA und NSU sind Verfehlungen staatlicher Stellen heute viel vorstellbarer als 1987. Hintergründe wie Barschels mögliche Verstrickung in Waffengeschäfte und die drohenden Konsequenzen für staatliche Stellen im Falle seines Auspackens verändern die Sicht auf den Fall. Man verliert das Grundvertrauen, dass „die da oben“ alles richtig machen.
Frage: Welches Bild vom Menschen Barschel haben Sie gewonnen?
Riedhof: Das ist nicht einfach. Man darf das Bild nicht auf das eines reinen Karrieristen verengen. Das würde seiner Persönlichkeit nicht gerecht. Ich glaube, dass er ein Doppelleben geführt hat. Die Tragödie von Uwe Barschel ist zutiefst menschlich.
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