Professor Hans Kaminski, Direktor des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB/Oldenburg) und ein enger Begleiter der Oldenburger Wirtschaftsbildungsinitiative wigy, zu deren 25-jährigen Bestehen.
Herr Professor Kaminski, Sie haben die Wirtschaftsbildungs-Initiative wigy von Anfang an begleitet, nicht zuletzt als räumlicher Gastgeber im Oldenburger Institut IÖB. Was wurde erreicht?
KaminskiBeeindruckend viel! Wigy hat zusammen mit Organisationen, Schulen, Unternehmen und Lehrkräften erfolgreich dafür gekämpft, dass Wirtschaft einen größeren Stellenwert im Schulunterricht bekommt. Konkret wurden auch unzählige anschauliche Arbeits-Materialien für Lehrkräfte und Schüler erarbeitet sowie Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt.
Inwiefern ist das wichtig? Sollte man den Schülern nicht besser Technik-Wissen vermitteln?
KaminskiGanz klar: Wirtschaftswissen hilft den Menschen im Alltag – bei unzähligen wichtigen täglichen Entscheidungen etwa als Konsument, Arbeitnehmer und Berufswähler und auch als Anleger und Wirtschaftsbürger. Wirtschaft an Schulen muss noch mehr gestärkt werden. Wirtschaft auf dem Lehrplan ist ein Anti-Fake-Programm – damit man Wirtschaftsinformation richtig verarbeiten kann.
Das geht ja wohl in Richtung Landesregierung...
KaminskiGenau. Wir haben am Freitag beim wigy-Forum zum 25-jährigen Bestehen den Minister Björn Thümler zu Gast. Wir erwarten von ihm und anderen Politikern, dass sie sich für eine weitere Stärkung des Wirtschaftsunterrichts einsetzen. Endlich müssen auch Mega-Trends der Wirtschaft und Gesellschaft, wie aktuell die Digitalisierung, die uns alle betreffen, ausreichend in den Lehrplänen auftauchen. Und dazu gehört auch die europäische Dimension, deren Bedeutung zu wenigen bewusst ist und zwar als unsere zentrale Arbeits- und Lebensgrundlage.
