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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Müssen in Köpfe investieren“

04.09.2018
Frage: Herr Thümler, Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind nur zwei Stichworte für die einwöchige Reise nach Finnland und Estland. Was kann das große Niedersachsen von so kleinen Ländern lernen?
Thümler: Diese kleinen Länder sind gar nicht so klein – gerade in den Themenfeldern Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Sie haben uns einiges voraus. Der finnische Nokia-Konzern steigt beispielsweise massiv in das Thema ein. Staat und Wirtschaft gehen in Finnland bei diesem Thema eng Hand in Hand.
Frage: Wo sind die Lücken in Niedersachsen besonders stark?
Thümler: Mit unserem Digitalisierungs-Konzept müssen wir viele Lücken gleichzeitig schließen: Wir müssen Kabel legen und Strippen ziehen, um das Internet auch in die Fläche zu bringen, zugleich müssen wir in die Köpfe investieren. Da sind noch viele Fragen offen. Wie bilden wir beispielsweise diejenigen aus, die die Digitalisierung in die Schulen tragen sollen? Finnland hat ein interessantes Konzept: Aus jeder Schule wird ein Lehrer an die Uni geschickt, um sich für die künftigen Aufgaben fortzubilden und dann Ansprechpartner für das gesamte Kollegium zu sein. Ein gutes und schlankes Modell, weil damit das Wissen der Hochschulen schnell und direkt in den Schulen implementiert werden kann.
Frage: Digitalisierung ist eben mehr als Strippen ziehen?
Thümler: Genau! Natürlich sind die Strippen wichtig – sie bilden die Grundlage. Vor allem muss es aber darum gehen, was man damit macht – um die Köpfe der Menschen, um den Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Niedersachsen muss jetzt Geld investieren, damit am Ende auch ein Quantensprung herauskommt.
Frage: Wann kommen endlich die Digital-Professuren?
Thümler: Der Haushalt wird im Dezember verabschiedet, und ich gehe davon aus, dass die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden, wir dann ausschreiben und die ersten Stellen im nächsten Jahr besetzen können.
Frage: Ohne Digital-Professuren geht gar nichts?
Thümler: Ohne die richtigen Köpfe und die Ausbildung von Nachwuchsfachkräften werden wir nichts erreichen.
Frage: Alle Hochschulstandorte aus dem Nordwesten – Oldenburg, Osnabrück, Vechta und die Jade-Hochschule – sind bei der Reise dabei. Ist das ein Zufall?
Thümler: Ich glaube, dass die Hochschulstandorte im Nordwesten gerade bei künstlicher Intelligenz und IT hervorragend für die Zukunft und den Wettbewerb aufgestellt sind. Für die Verbundenheit spricht, dass sie die Herausforderungen auch gemeinsam schultern wollen. Tatsächlich geht es nur zusammen.

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