Herr Mikulla, derzeit ist eine bewegte Diskussion über das Für und Wider von Landesgartenschauen in Niedersachsen im Gange – ausgelöst durch ein Millionendefizit in den beiden Gartenschau- haushalten im emsländischen Papenburg. Wie bewerten Sie diese Debatte?
MikullaDiese Diskussion begrüßen wir ausdrücklich. Es ist wichtig, sich in Niedersachsen, ausdrücklich auch seitens der Landesregierung,
des Themas Landesgartenschauen ernsthafter anzunehmen als bisher. Sie pauschal als Verschwendung von Steuergeldern zu brandmarken, ist wenig sachgerecht.
Aber ist vor dem Hintergrund des Millionendefizits in Papenburg nicht was dran an dem Argument der Steuergeld-Verschwendung?
MikullaDie Position des Bundes der Steuerzahler, der die Landesregierung vor dem Einspringen warnt, vergleicht Äpfel mit Birnen und hat wenig mit den Fakten zu tun, nutzt medienwirksam die immer vorhandenen Ängste, unsere hart erarbeiteten Steuern würden verschwendet. In mit Niedersachsen vergleichbaren Flächenländern wie Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen werden bereits seit über 30 Jahren Gartenschauen als erfolgreiches Instrument der Wirtschafts- und Infrastrukturförderung eingesetzt. Diese Länder lösen im Wettbewerb um das beste Konzept einen regelrechten Innovationsschub aus – nicht nur in jenen Kommunen, die den Zuschlag erhalten, sondern auch in denen, die sich via Machbarkeitsstudie und Bürgerdialog mit ihrer Zukunft aktiv befassen. Sie tun das mit einer Landesförderung in Höhe von drei bis fünf Millionen Euro ausschließlich für langfristige Investitionen.
Können die Politiker und Verantwortlichen dort alle nicht rechnen?
MikullaDas Gegenteil ist der Fall. Und ein kluges Management und Erfahrung im Umgang mit dem Thema bei den Verantwortlichen kann auch die bösen Überraschungen wie in Papenburg weitestgehend verhindern.
Harald Mikulla ist Geschäftsführer der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Niedersachsen. „Es ist wichtig, sich in Niedersachsen des Themas Landesgartenschauen ernsthafter anzunehmen als bisher“, meint Mikulla.
