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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Fusion mit NordLB war einziger Ausweg“

05.08.2017
Frage: Am 31. August um Mitternacht wird es mit der Eigenständigkeit der Bremer Landesbank endgültig vorbei sein. Was werden Sie ab dem 1. September machen?
Veit: Wenn zwei Banken fusionieren, dann ist klar, dass es auf allen Ebenen personelle Veränderungen geben wird – auch beim Vorstand. Stand heute hat die BLB vier Vorstände. Zukünftig wird es noch einen Regionalvorstand für die BLB geben und der sitzt Ihnen gegenüber. Ich werde der Region, den Kunden, den Partnern in der Wirtschaft und den Mitarbeitern auch künftig als Ansprechpartner erhalten bleiben.

Seit Ende 2016Vorstandschef

Christian Veit steht seit 14. November 2016 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze der Bremer Landesbank (BLB). Der 46-jährige Diplom-Bankbetriebswirt und Bankkaufmann war zuvor knapp 20 Jahre für die NordLB in Luxemburg tätig. Zuletzt agierte der gebürtige Saarländer dabei als Vorstandsvorsitzender der NordLB Luxembourg S.A. Covered Bond Bank (CBB). Veit folgte in Bremen auf Dr. Stephan-An-dreas Kaulvers.

Frage: Was passiert mit den drei anderen Vorständen?
Veit: Alle heutigen Vorstände der Bremer Landesbank haben attraktive Angebote im NordLB-Konzern erhalten. Mein heutiger Stellvertreter Andreas Hähndel wird künftig die Verantwortung für Shipping Portfolio Optimization übernehmen. Er wird also die Aufgabe habe, die Risiken aus dem Schiffsportfolio weiter kontinuierlich zu reduzieren. Björn Nullmeyer wird ab Anfang 2018 die Niederlassung der NordLB in Singapur leiten. Und Dr. Guido Brune hat ebenfalls ein interessantes Angebot erhalten, sich aber nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, noch einmal etwas ganz anderes machen zu wollen.
Frage: Wird es künftig noch eigene Gremien der BLB, wie einen Aufsichtsrat, geben?
Veit: Nein. Da es künftig keine eigene Gesellschaft mehr gibt, wird es auch keinen eigenen Aufsichtsrat mehr geben. Uns ist aber wichtig, auch künftig eine regionale Verankerung mit den Kunden und Geschäftspartnern zu erhalten. Und deswegen planen wir in den nächsten Wochen einen Regionalbeirat mit vermutlich etwa 15 bis 20 Vertretern aus Kundschaft, Wirtschaft, Politik und Verbänden zu gründen.
Frage: Sieht diese regionale Verankerung auch vor, dass die Standorte in Bremen und Oldenburg erhalten bleiben?
Veit: Ja, sie bleiben erhalten. Auch die zwei Hauptsitze in Bremen und Oldenburg stehen nicht zur Disposition.
Frage: Es war ja schon bekannt, dass einige wichtige Geschäftsbereiche der Bremer Landesbank, wie das Schiffsfinanzierungs- und Kapitalmarktgeschäft, künftig von Hannover aus gesteuert werden. Welche Rolle bleibt der BLB in der fusionierten Bank dann noch?
Veit: Wir werden in Bremen und Oldenburg auch künftig für wichtige Geschäftsaktivitäten zuständig sein. So wird etwa der Bereich Erneuerbare Energien, Schwerpunkt Wind Onshore Deutschland, auch künftig hier aus Oldenburg betrieben. Auch der Bereich Ernährungswirtschaft ist in Oldenburg angesiedelt. Darüber hinaus wird die BLB künftig das Private Banking im NordLB-Konzern führen. Der zukünftige Leiter wird seinen Dienstsitz in Bremen haben. Das gleiche gilt für den zukünftigen Leiter Firmenkunden Nord, der nicht nur die Verantwortung für das alte BLB-Gebiet tragen wird, sondern auch für den Raum Hamburg bis nach Schleswig-Holstein zuständig sein wird. Ich selbst werde künftig neben meiner Tätigkeit als Regionalvorstand auch die Verantwortung für das Geschäft der NordLB mit allen Sparkassen in Norddeutschland übernehmen. Das zeigt, dass Fusion nicht immer nur heißt, dass der Wirkungskreis eingeschränkt wird, sondern dass er an der einen oder anderen Stelle auch ausgeweitet wird.
Frage: Trotzdem hatten sowohl die BLB als auch die NordLB zuletzt immer wieder betont, dass es zu personellen Einschnitten kommen wird. Zuletzt hatte die BLB noch etwa 1000 Mitarbeiter, davon 300 in Oldenburg. Wie viele werden es künftig noch sein?
Veit: Bis Jahresanfang schwebte hinsichtlich der Zahl der Stellen, die abgebaut werden sollen, die Zahl 200 im Raum. Eine Zahl, die auf Schätzungen der Aufsichtsräte von Mitte 2016 zurückgeht. Sie ist aus meiner heutigen Sicht wohl zu niedrig.
Frage: Zu niedrig heißt?
Veit: Es gibt noch keinen finalen Beschluss, deshalb will ich auch noch keine konkrete Zahl nennen.
Frage: Wird es betriebsbedingte Kündigungen geben?
Veit: Wir haben bisher immer gesagt, dass wir die Absicht haben, eine sozialverträglichen Personalabbau hinzubekommen und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Garantieren können wir das aber nicht.
Frage: Wie wird es künftig mit der Marke Bremer Landesbank oder BLB weitergehen?
Veit: Sie werden am 1. September optisch keine Veränderung spüren. Wir werden am 1. September keine BLB-Schilder abschrauben und NordLB-Schilder anbringen. Die BLB wird zukünftig zwar Teil der NordLB als Gesellschaft, die Marke BLB bleibt aber bis auf Weiteres erhalten. Zurücknehmen werden wir allerdings den Namen Bremer Landesbank, weil das suggeriert, dass es sich um eine eigenständige juristische Gesellschaft handelt.
Frage: Was wird sich für die Kunden ändern?
Veit: Der heutige Kunde der BLB wird künftig ein Kunde der NordLB sein. Im Detail wird er vielleicht ein paar Änderungen bemerken, wenn er etwa eine neue Bank- oder Kreditkarte bekommt. Aber das werden wir so komfortabel wie nur möglich für den Kunden gestalten. Ich gehe vor allem davon aus, dass die Kunden in den nächsten Monaten mehr und mehr erkennen werden, dass sie am Ende die Gewinner dieser Fusion sind. Denn die Produktpalette, die von der BLB angeboten werden kann, wird deutlich breiter werden. Das Netzwerk wird deutlich internationaler und die Konditionierung noch wettbewerbsfähiger. Zudem bleiben den Kunden ihre bekannten Ansprechpartner in Bremen und Oldenburg im Wesentlichen erhalten.
Frage: Welchen Einfluss wird die Fusion auf größere Immobilienprojekte haben, wie hier in Oldenburg der Neubau des Quartiers am Rathausmarkt?
Veit: Keinen. Die Planungen werden normal weiterlaufen. Hier in Oldenburg beim Projekt Marktcarré wird Ende August eine Entscheidung im Architektenwettbewerb fallen. Dann wird die Machbarkeit geprüft. Es folgen Planung, Ausschreibungsverfahren und Beauftragung. Und als Baustart ist Januar 2019 vorgesehen.
Frage: Wenn Sie heute noch einmal auf die gesamte Entwicklung zurückblicken? War aus Ihrer Sicht die vollständige Fusion mit der NordLB der einzige Ausweg?
Veit: Definitiv ja. Ich bin sogar der Meinung, dass es selbst ohne Schiffskrise sinnvoll gewesen wäre, zwei Banken mit in weiten Teilen überlappenden Geschäftsaktivitäten perspektivisch zu verschmelzen. Das vor dem Hintergrund, dass die regulatorisch getriebenen Kosten überbordend sind und man einfach Vorteile gegenüber Wettbewerbern hat, wenn man diese Kosten, die final nicht dem Kundengeschäft dienen, halbiert.
Frage: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Veit: Eine Sache, die ich mir gewünscht habe, ist schon eingetreten: Nämlich dass wir, sowohl die Führung als auch die Mitarbeiter der BLB, den Kopf nicht in den Sand gesteckt haben, sondern wirklich sehr offen den Wandel angegangen sind und sich dies auch schon in ersten guten Ergebnissen niedergeschlagen hat. Das bringt auch Motivation, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen. Denn die BLB und der Nordwesten gehören einfach zusammen.
Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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