Herr Holtvogt, Sie fordern, dass Bundesfreiwilligendienstleistende („Bufdis“) schneller in die Flüchtlingshilfe eingebunden werden sollen. Warum?
HoltvogtEs ist angedacht, den Bundesfreiwilligendienst in diesem Zusammenhang auszuweiten – aber erst ab 2016, weil sich alle Beteiligten abstimmen müssen. Das muss zügiger gehen, die jungen Menschen sollten schneller eingebunden werden, damit wir die Ehrenamtlichen etwas entlasten können.
Welche Voraussetzungen müssten geschaffen werden?
HoltvogtWir sollten schauen, wo die Ehrenamtlichen aktiv sind und dann dafür sorgen, dass diese Institutionen schnell „Bufdi“-Stellen schaffen können – sprich die Vergütung der Freiwilligen sicherstellen. Wir müssen einfach Wege finden, um eine Entlastung der Ehrenamtlichen herbeizuführen. Die können die Belastung nicht dauerhaft stemmen. Außerdem sind viele der Helfer Fachkräfte, die auch in den Unternehmen gebraucht werden.
Die Meldungen zum Bundesfreiwilligendienst sind rückläufig. Was schlagen Sie vor, sollte unternommen werden, um wieder mehr Menschen für den Dienst zu begeistern?
HoltvogtZuerst einmal müssen wir mehr für den Freiwilligendienst werben. Das kann umgehend gemacht werden. Wenn die Leute an den Bundesfreiwilligendienst denken, haben die meisten gleich den Kindergarten oder das Altenheim im Hinterkopf. Das spricht längst nicht alle an. Man sollte aufzeigen, dass der Bundesfreiwilligendienst noch ganz viele andere Möglichkeiten bietet. Ganz konkret könnten die Bufdis in der Flüchtlingshilfe beim Aufbau und Einrichten der Unterkünfte helfen oder die alltägliche Betreuung der Flüchtlinge von der Essensaugabe bis hin zur Unterstützung im Alter übernehmen. Junge Leute haben sicherlich einen Zugang zu solchen Aufgaben. Man sollte aber auch noch einmal besonders betonen, dass sich der Bundesfreiwilligendienst nicht nur an junge Menschen richtet. Wer mit 65 Jahren nach einer Aufgabe sucht, kann sich auch melden.
Josef Holtvogt (52) ist Landessozialsekretär der Christlich-Demokratischen-Arbeitnehmerschaft (CDA) in Niedersachsen. Er fordert, dass Bundesfreiwilligendienstleistende („Bufdis“) schneller in die Flüchtlingshilfe eingebunden werden.
