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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„CDU hat sich neu entdeckt“

10.12.2018
Frage: Herr Brinkhaus, Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Kandidatenwettbewerb für sich entschieden und ist neue CDU-Vorsitzende. Friedrich Merz hat knapp verloren. Was hat am Ende den Ausschlag bei den Delegierten gegeben?
Brinkhaus: Die Gewinnerin der zurückliegenden Wochen ist zunächst einmal die CDU. Der Kandidatenwettbewerb hat die Partei beflügelt. Der Parteitag war ein Fest der Demokratie. Die Entscheidung selbst war knapp. Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz haben Herz und Seele der Partei erreicht. Jens Spahn war ebenfalls sehr stark. Es ist schwierig zu sagen, was in der Stichwahl nun genau den Ausschlag gegeben hat. Auf alle Fälle hat Annegret Kramp-Karrenbauer eine sehr kluge Kampagne geführt und auf dem Parteitag eine starke Rede gehalten.
Frage: Heißt es jetzt unter der Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer „Weiter so“, oder werden wir in Zukunft eine neue CDU erleben?
Brinkhaus: Die CDU hat nicht nur auf den Regionalkonferenzen mit den Kandidaten viel diskutiert, sondern auch in jedem Orts- oder Kreisverband. Dabei ging es auch darum, welchen Weg wir gehen wollen. Wie sprechen wir besser die Bürgerinnen und Bürger an? Die CDU hat sich dabei selbst wieder neu entdeckt. Diese Neuorientierung wird weitergehen. So diskutieren wir auch in der Bundestagsfraktion. Der Parteitag hat eines gezeigt: Die Partei will am Kurs der Mitte festhalten. Sie will ihn aber an vielen Stellen auch neu justieren. Daran wird sich auch die Bundestagsfraktion mit ihrer Kompetenz beteiligen. Ich hoffe auch, dass Friedrich Merz da weiter mitmacht. Er hat gerade bei Themen wie Wirtschaft und Innere Sicherheit viele gute Impulse gesetzt.
Frage: Zeigt das knappe Ergebnis nicht, dass die CDU tief gespalten ist?
Brinkhaus: Das Ergebnis zeigt vor allem eins: Wir sind eine Volkspartei! Bei uns gibt es ein breites Meinungsspektrum. Annegret Kramp-Karrenbauer wird jetzt intensiv daran arbeiten, alle wieder zusammenzuführen. Das hat nach meiner Wahl als Fraktionsvorsitzender, die ähnlich knapp war, in der Bundestagsfraktion auch gut geklappt. Das wird auch in der Partei gelingen. Der Schlüssel: Alle Mitglieder müssen sich wertgeschätzt fühlen, egal auf welcher Seite sie stehen. Es muss mehr über strittige Punkte debattiert werden. Am Ende müssen dann natürlich alle an einem Strang ziehen.
Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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