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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Chancen für den Nordwesten

31.12.2014
Professor Dr. Stephan Thomsen (37), Direktor des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW/Hannover), zu Chancen des Nordwestens.
Frage: Herr Professor Thomsen, kann Niedersachsen, speziell der Nordwesten, auch künftig überdurchschnittlich gut abschneiden?
Thomsen: Niedersachsen hat sehr von seiner großen Exportstärke profitiert. Für 2015 müssen angesichts der stagnierenden weltwirtschaftlichen Entwicklung aber Prognosen nach unten korrigiert werden. Unser Institut NIW geht für Deutschland von einem Wachstum von 1,3 Prozent aus, für Niedersachsen von 1,1 Prozent. Für den Nordwesten, mit einer geringeren Abhängigkeit von der globalen Konjunktur, heißt das im Gegenzug: die Region wird weniger von der Abkühlung erfahren.
Frage: Welche Herausforderungen müssen beherzt angepackt werden?
Thomsen: In Niedersachsen sicherlich der Erhalt der Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur.
Frage: Und im  Nordwesten?
Thomsen: Hier gilt sicher, dass 2015 an der Weiterentwicklung der Agrar- und Ernährungsbranche gearbeitet werden muss. Zunehmend wird der Wettbewerb über die Qualität und nicht mehr über Preise entschieden. Wahrnehmbare Qualitätskriterien sind dabei die soziale und ökologische Nachhaltigkeit, bei der es noch Verbesserungspotenzial gibt. Daneben bleibt der demografische Wandel das Thema. Die Bevölkerung ist relativ jung. Zugleich besteht die Chance, rechtzeitiger als andere die notwendigen strategischen Entscheidungen zu treffen.
Frage: Wo liegen besondere Entwicklungschancen?
Thomsen: Der vielfältige Charakter der Region eröffnet auch vielfältige Chancen. Während das Oldenburger Land, das Emsland und das Osnabrücker Land in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt sind, hat es die Küste traditionell etwas schwerer. Das Fortschreiten der Energiewende eröffnet trotz temporärer Schwierigkeiten aber große Chancen durch erneuerbare Energien. Für die anderen Regionen gilt es, ihre Stärken weiter zu pflegen, um noch besser zu werden. Für das Oldenburger Land sind hier die Aufwertungsprozesse in der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu nennen.
Frage: Aus hannoverscher Sicht: Was ist eine besondere Stärke der Region?
Thomsen: Die gute Vernetzung der Akteure! Hinzu kommen innovative Fachkräfteinitiativen und die oft gute Verkehrsinfrastruktur.