Wangerooge und Silvesterfeuerwerk – wie sehr gehört das zusammen?

LindnerIch bin seit über 30 Jahren auf der Insel – und es gab Silvester auf der Promenade immer Feuerwerk. Das gehört einfach dazu.

Das sieht man nicht überall so: Auf Ihrer Nachbarinsel Spiekeroog lebt man seit 2014 böllerfrei...

LindnerErstens ist es allein die Sache von Spiekeroog, was sie dort machen oder nicht machen. Wenn sie dort ein Böllerverbot durchsetzen können, dann sage ich: toll. Zweitens wurde das Thema bei uns auf der Insel noch nie ernsthaft diskutiert. Es gab im vergangenen Jahr nur eine einzige Anfrage an uns, ob das Spiekerooger Modell auch etwas für Wangerooge sein könnte.

Und was antworten Sie auf so eine Anfrage?

LindnerZum einen, dass das Silvesterfeuerwerk auf der Promenade dazugehört für die meisten Gäste. Zum anderen sehe ich das Problem, so ein Verbot personell auch umzusetzen. Allein mit einer Satzung ist es ja nicht getan – und hier sind Silvester ein paar Tausend Menschen, die böllern. Aber ich empfinde es so, dass wir hier noch nie Probleme mit der Knallerei gehabt haben.

Die sehen aber andere: zum Beispiel die Nationalparkverwaltung Wattenmeer, die mit Blick auf die Tierwelt alljährlich zum Böllerverzicht an der Küste aufruft.

LindnerMan muss nicht alles verbieten, was seit vielen Jahren Tradition hat. Aber natürlich halten wir uns hier an alle Schutzbestimmungen. Bei uns spielt sich das alles in einem sehr engen Bereich ab: Die Leute strömen aus den Gaststätten oder Häusern, böllern eine halbe Stunde an der Strandpromenade und gehen in die Gaststätten oder Häuser zurück. Da böllert keiner im Osten oder Westen, in den Schutzzonen oder gar im Watt, da findet gar nichts statt. Das sind unsere Erfahrungen seit Jahrzehnten.

Was ist überhaupt los an Silvester auf Wangerooge? Sind alle Betten belegt?

LindnerDie Insel ist gut gefüllt, aber nicht komplett ausgebucht. Wenn Sie kommen wollen, können Sie sicherlich noch ein Bett bekommen.

Dirk Lindner ist sein November 2014 Bürgermeister auf der Nordseeinsel Wangerooge. Der 53-Jährige leitete zuvor das Ordnungsamt. Zur Bürgermeisterwahl war er angetreten mit dem Vorsatz, das „Wir-Gefühl“ auf der Insel zu stärken.