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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Das Hauptproblem sind die Treibhausgase

10.04.2019
Frage: Herr Professor Lohse, Sie sind Mediziner, gemeinsam mit Wissenschaftlern anderer Disziplinen haben Sie eine Studie zum Thema „Saubere Luft“ erarbeitet. Was sind die zentralen Ergebnisse?
Lohse: Unser Fazit lautet: Wir müssen die Prioritäten umstellen. In der öffentlichen Debatte hat man das Gefühl, vor allem Stickstoffdioxid ist das Problem. Wir meinen, das Hauptproblem sind die Treibhausgase. Die werden uns langfristig am meisten schaden. Das heißt, wichtigste Aufgabe ist, den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. Dann müssen wir den Feinstaub verringern, der viel mehr gesundheitliche Schadwirkung hat als Stickstoffdioxid. Und dann erst müssen wir uns des Stickstoffdioxids annehmen.
Frage: In der öffentlichen Diskussion wird am meisten über Stickoxide gestritten. Was folgt aus Ihren Untersuchungen für die Debatte um Fahrverbote?
Lohse: Von den Schadwirkungen her sind Stickoxide deutlich weniger wichtig als der Feinstaub. Erstens muss man aber bedenken: Feinstaub bildet sich aus Stickoxiden, zusammen mit Ammoniak, etwa aus der Landwirtschaft. Das heißt, als Vorstufe ist Stickoxid dann doch wichtig. Zweitens: Stickoxide und Feinstaub wirken zusammen, beides wird aus Motoren ausgestoßen oder aus Feuerungsanlagen wie Kaminen. Fahrverbote allein sind nicht zielführend. Man muss bedenken, dass es für die Gesundheit um die langfristige Wirkung geht. Langfristig stellt Feinstaub deshalb das größere gesundheitliche Problem dar.
Frage: Jetzt wird heftig um die Antriebsart der Zukunft gestritten. VW setzt auf Elektromobilität, Daimler und BMW auf Hybrid, sprich Strom und Benziner. Andere warnen, den Diesel zu früh aufzugeben. Wie lauten Ihre Empfehlungen?
Lohse: Wir müssen insgesamt unsere Fahrleistung im Individualverkehr verringern. Das ist wichtiger als alles andere. Zweitens geht es darum, den Energieverbrauch pro Kilometer zu reduzieren. Das erscheint mir wichtiger als die bloße Debatte um Antriebsarten. Drittens aber haben wir uns im Pariser Klimavertrag zu einer massiven Verringerung des Kohlendioxidausstoßes verpflichtet. Wir glauben, dass das mit herkömmlichem Antrieb wie Diesel und Benzinern nicht zu erreichen ist. Das heißt, wir müssen uns um alternative Antriebe verstärkt bemühen.
Peter Riesbeck Korrespondentenbüro Berlin
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