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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

„Das ist purer Rassismus“

16.03.2019
Frage: Erleben wir mit den Anschlägen von Neuseeland eine neue Qualität rechtsextremer Gewalt?
Neumann: Das gilt höchstens mit Blick auf die Zahl der Opfer. Die Gewaltbereitschaft der rechtsextrem-islamophoben Szene hat sich über Jahre angedeutet. Die mutmaßlichen Attentäter von Neuseeland nehmen in ihrem Manifest ja explizit Bezug auf Anders Breivik, der 2011 in Norwegen mehr als siebzig Menschen ermordet hat. Ebenso auf den Mord an dem nigerianischen Flüchtling Emmanuel Chidi 2015 in Italien sowie auf den Anschlag auf die Finsbury Park Moschee in London 2017. Das zeigt das breite Spektrum und die Gewaltbereitschaft der islamophoben Szene.
Frage: In Deutschland gibt es rechtsextreme Drohbriefe, auch gegen Bundestagsabgeordnete. Rüsten die Rechtsextremen weltweit auf?
Neumann: Was wir erleben, ist Ausdruck einer stärkeren Polarisierung, auf beiden Seiten des Spektrums – also Islamophoben und Islamisten. Die rechten Attentäter beziehen sich teilweise ja explizit auf islamistische Anschläge, etwa jenen von Stockholm im Jahr 2017. Insofern erleben wir eine Spirale der Gewalt, die zeigt, dass die Polarisierung an beiden Rändern des Extremismus zunimmt.
Frage: Wie stark schätzen Sie die rechtsextreme Terrorgefahr für Europa ein? Wie stark ist die rechtsextreme Szene?
Neumann: Die offene rechtsextreme Szene, etwa die freien Kameradschaften in Deutschland, ist den Behörden gut bekannt und im Verfassungsschutzbericht dokumentiert. Viel gefährlicher ist, was sich in den Graubereichen abspielt. Vor allen in rechten Chat-Foren erleben wir eine zunehmende Polarisierung. Das läuft teilweise weit unter dem Radar der Sicherheitsbehörden.
Frage: Die Ersten sprechen von einem Religionskrieg. Erleben wir eine Radikalisierung der Religion oder eine Religiösierung der Radikalen?
Neumann: In Neuseeland ging es dem Attentäter weniger um Religion, sondern mehr um Identität und explizit auch Rasse. Die Tat beruhte auf der neurechten Verschwörungstheorie, dass westliche Länder systematisch ihre weißen, europäischen Bevölkerungen mit Nicht-Europäern, vor allem Muslimen, „austauschen“ würden. Das ist natürlich Unsinn, ist aber in rechten und auch populistischen Kreisen eine sehr populäre These. Da hat sich nicht die Religion radikalisiert, sondern die Rechte. Das ist purer Rassismus.
Peter Riesbeck Korrespondentenbüro Berlin
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