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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Dem Handwerk geht es zurzeit wirklich gut

05.09.2018
Frage: Herr Wollseifer, Rekord-Beschäftigung, gute wirtschaftliche Lage, jede Menge Aufträge – das Handwerk kann eigentlich nicht klagen, oder?
Wollseifer: Dem Handwerk geht es zurzeit wirklich gut. Die Betriebe haben volle Auftragsbücher und richtig zu tun – teils können sie gar nicht alle Aufträge annehmen, weil Personal fehlt. Dabei stellen die Betriebe schon so viele Fachkräfte ein, wie sie finden können, und bilden auch kräftig aus. 93 Prozent der Handwerker sind der Ansicht, dass es sehr gut, gut oder zumindest befriedigend läuft. Nur sieben Prozent sind unzufrieden. Die Zuversicht ist groß.
Frage: Der DGB beklagt eine miserable Qualität der Ausbildung...
Wollseifer: Der Vorwurf der Gewerkschaften kommt gebetsmühlenartig zu Beginn jedes Ausbildungsjahres. Das ist kontraproduktiv und unseriös. Denn 70 bis 80 Prozent der Auszubildenden sind laut Umfragen zufrieden. Das sind Zustimmungswerte, von denen andere träumen, ein tolles Ergebnis, das man nicht schlechtreden sollte. Das alljährliche Klagelied des DGB verkennt die hohe Ausbildungsleistung und -qualität unserer Handwerksbetriebe, gerade auch, wenn man sich anschaut, welchen jungen Menschen das Handwerk – mehr als andere Wirtschaftsbereiche – eine Chance gibt: Alle Gruppen finden im Handwerk ein Zuhause, fünf Prozent unserer Azubis haben gar keinen Abschluss. Viele Lehrlinge haben einen Migrations- oder Fluchthintergrund. Auch um die kümmern wir uns. Dass während einer Ausbildung nicht jeden Tag eitel Sonnenschein herrscht, erklärt sich doch von selbst.
Frage: Wo drückt die Handwerker der Schuh?
Wollseifer: Unsere große Sorge gilt den Sozialabgaben. Die Große Koalition kommt uns teuer zu stehen. Allein die Pflegebeiträge werden um 0,5 Prozent erhöht. Die Senkung des Arbeitslosenbeitrages ist politische Augenwischerei und reicht nicht aus. Denn auch bei der Rente wird es höhere Belastungen geben. Unsere Mitarbeiter haben immer weniger Netto vom Brutto. Die Wertschöpfung der Betriebe nimmt immer mehr ab. Wird an der Beitragsschraube immer weiter gedreht, dann ist schon sehr bald die Belastungsgrenze für unsere Betriebe überschritten.
Andreas Herholz
Korrespondentenbüro Berlin
Tel:
0441 9988 2018

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